Seit
wann gibt es Hochwasser eigentlich?
....schon immer!
....Die Hochwasser werden etwa ab dem Hochmittelalter immer häufiger von Chronisten aufgezeichnet, was auch daran lag, dass sich das Schreiben verbilligte und später das Papier das Pergament ablöste. Sicherlich gab es bereits vorher enorme Klimaabweichungen, die im Mittel aber lange nicht so extrem und so schnell voran gingen, wie die durch Treibhausgase menschlich ausgelöste Klimaveränderung heute. Mehr zu der Beziehung "Menschen und Flüsse" Quellen: Weikinn, Martin Schmidt: "Hochwasser und Hochwasserschutz in Deutschland vor 1850"; R. Immendorf: "Hochwasser. Natur im Überfluß", div. Stadt- und Landesarchive
| Astronomischer Kalender mit Anzeigekästchen von lateinischen Sternennamen. Detail aus der Sternzeit-Uhr des Doms zu Münster- Zeichen mittelalterlichen Denkens.
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Einige
große Hochwasser-Katastrophen der letzten Jahrzehnte - und ihre Folgen
| Das tödlichste und größte Hochwasser in Deutschlands Nachkriegsgeschichte war am 16. Februar 1962 in Hamburg. Nachdem Behörden die Lage nicht richtig eingeschätzt hatte und sehr spät erst eine Katastrophenwarnung herausgaben, überraschte eine aus der Nordsee kommende Hochwasserwelle tückischerweise Nachts 60.000 Menschen. Auslöser war ein extrem starkes Sturmtief, das nicht in vollem Ausmaß prognostiziert wurde. | |
Die Deiche brachen an dutzenden Stellen, schnell waren ganze Stadtteile von Hamburg und Umland völlig abgeschnitten. Viele Menschen kamen um (347 Tote), Tausende von Bürgern waren obdachlos, der wirtschaftliche Schaden war immens. Es traf unter anderem auch die in den Senkengebieten der Elbaue in Baracken lebenden sozial schwächeren Bürger bzw. die Flüchtlinge aus den Ostgebieten. Bei diesem Ereignis bekam die neu eingerichtete Bundeswehr ihren ersten Großeinsatz (mit modernstem Gerät z.B. mit den neuen Hubschraubern). Nach dem Hochwasser wurden die Warnsysteme und die Katastrophenschutzroutinen erst richtig ausgebaut - denn es war klar: Bei frühzeitiger Warnung hätte es weniger Tote gegeben. In der Hamburger Presse mehrten sich nach der Katastrophen kritische Stimmen: ![]() |
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In der Zeit des Wirtschaftswachstums und der Re-Militarisierung führte dieses Großereignis zu gleich mehreren interessanten Entwicklungen. Der Einsatz militärischer Einheiten der Bundeswehr im Inland außerhalb des Verteidigungsfalls deutete eine neue Aufgabe des Militärs an. Das Hochwasser führte auch dazu, dass der verantwortliche Politiker als Innensenator Schmidt eine glänzenden Ruf als "Krisenmanager" hatte. Diesen Ruf konnte der spätere Bundeskanzler dann auch bei den Entführungen und dem Terror der RAF weiter unter Beweis stellen. |
Den gleichen "Karriereschub" scheint auch der ehemalige "Deichgraf" und jetzige SPD-Chef M. Platzeck gespürt zu haben, der immerhin wesentlich differenzierter auf die ökologischen Hintergründe des Oderhochwassers 1997 reagierte. Auch bei den Medien gab es das erste Mal ein Interesse an der "Nachsorge", hier der Auszug aus dem Inhalt der Monate später gedruckten "Chronik der bitteren Tage". |
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Juli 1997
![]() | Im Juli 1997 überschwemmte ein Hochwasser der Oder 17 Ortschaften und war das erste Hochwasser, was nach dem Februar 1962 bundesweite Solidarität auslöste. Es kam an mehreren Stellen zum Deichbruch oder zumindest zu einer dramatischen Aufweichung. Hier entstanden insgesamt geschätzte 330 Mio Euro offizieller Kosten bei Privateigentümern (Quelle: Münchener Rück). Die Gesamtkosten werden von Seiten der Bundesregierung auf rund 5 Milliarden geschätzt (Quelle: BAfG). Das Hochwasser wird von Politikern und der Öffentlichkeit als "Jahrhunderthochwasser" bezeichnet. |
Sogenannte "Pfingsthochwasser" 1999 in Bayern
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Da es um die Pfingstzeit (Ende Mai) stattfand, bekam das Hochwasser in Bayern diesen Namen. Es entstanden ca. 350 Mio. Euro Schäden an Privateigentum, die aber zu 60% versichert waren(Quelle: Münchener Rück). Dieses Hochwasser forderte einige Verletzte und Todesopfer. Mehr Informationen über das Ereignis z.B. hier (externer Link) |
Das sogenannte "Jahrtausend-Hochwasser" 2002
| Das Hochwasser in Europa und Osteuropa im Sommer 2002 kostete den Volkswirtschaften laut Münchener Rückversicherung etwa 13 Milliarden Euro, davon etwa ein Sechstel durch Versicherungen abgedeckt. Andere Quellen, sprechen von bis zu 25 Milliarden Euro (Quelle: BAfG) oder von 9,1 Milliarden Euro (Bundesregierung). Damit steht es von den Kosten wohl bis auf weiteres an der Spitze der Hochwasserereignisse in der Nachkriegsgeschichte. | |
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| Überschwemmt wurden Teile der mittleren Elbe und der Nebenflüsse sowohl in Deutschland als auch in Tschechien, dazu gab es (allerdings nicht so verheerende) Regenrekorde in Regensburg und anderen Donau-Städten sowie Regionen in Ober- und Niederösterreich. Vom 12. bis zum 23. August gibt es bundesweit 18 Tote, die Zahl ist europaweit am Ende auf knapp 200 gestiegen. Allein in Sachsen werden zwischen 45.000 Menschen in der Zwischenzeit evakuiert und in Notunterkünften untergebracht. An der Elbe überschwemmt das Wasser Behörden und schwemmt Archive weg, wertvolle Kulturgüter sind betroffen - neben der Dresdner Semperoper und der Gemäldesammlung des Zwingers auch dutzende weiterer Museen. Wenige Monate später beschließt die Bundesregierung, dass aufgrund der Hochwasserschäden die Steuern nicht (wie geplant) gesenkt werden. Aus den Entlastungen im Haushalt wurde die Opferhilfe bezahlt. Dies zeigt, dass die Folgen fehlgeleiteter Hochwasserpolitik alle Bürger belastet. | |
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27.03.2006 16:18 updated by Bene