Todesopfer Im
Jahr
2002 forderten Hochwasser
mehr Todesopfer als jede andere Natukatastrophe (42% von insgesamt mehr als 10.500
Opfern). Zum Vergleich hatten Stürme einen Anteil von 15%, Erdbeben/Vulkane
25% und sonstige 18%. In 2002 kamen vom 4.-13.8. bei Überschwemmungen und
Unwettern 193, vom 12.-20.8. 37 und im Septemberhochwasser im Rhonetal und Umgebung
23 Menschen um. Das mag bereits viel sein, jedoch kamen z.B.
auf dem indischen Subkontinent
bei Überschwemmungen, Schlammlawinen und Unwettern etwa 1200 Menschen (Schätzwert)
um. (Quelle: MunichRe)
 Unpassierbar
ist diese Straße nicht - Glück gehabt. Bildnachweis
1 Sonstige
Opfer: "Betroffene und Geschädigte"- wer ist das? Über
die Zahl der Betroffenen kann man nur schwer Aussagen machen. Denn wer ist "betroffen"?
Derjenige, dessen Haus unter Wasser steht? Derjenige, der verletzt wurde? Derjenige,
der durch die Flut seiner Arbeit nicht nachgehen kann?
Konkretes Beispiel sei
das "Weihnachtshochwasser" in Köln 1993. Hier wurden zunächst
mehr als 4500 Haushalte direkt überflutet, aber es kamen noch einmal 9000
hinzu, die durch Grundwasserdruck beschädigt wurden.
Die
Schwierigkeiten dieser Frage zeigen, dass Hochwasserprävention nicht nur
mit der Vorsorge vor materiellen oder direkt meßbaren Schäden zu tun
hat. Man stelle sich vor, dass seine Wohnung - geschützer Privatraum- wie
nach einem Einbruch völlig verwüstet wird. Diese Fundamentalerfahrung
bringt bei einigen Menschen psychische Spätfolgen mit sich, die keine Statistik
messen kann. Neben
Hitzewellen und Stürmen sind Hochwasser als klimatische Ereignisse in einer
Gruppe von Naturkatastrophen, wo man durchaus den Faktor Klimaveränderung
mit einbeziehen kann.
Hochwasseropfer - ein Blick auf andere Kontinente
Ein Blick auf die Opfer von Hochwassern und durch Hochwasser ausgelöste Folgeprobleme (vor allem Seuchen, Hungerkatastrophen und Trinkwassermangel) im indischen Subkontinent verdeutlicht, wie die Größenordnungen weltweit sind und dass die europäischen Opfer der Zahl nach nicht der Rede wert sind. Im indischen Subkontinent existiert faktisch kein ausreichendes Hochwasser-Warnsystem und keinerlei Baupolitik. Allerdings liegt v.a. in Bangladesh die Problematik auch in geologischen Besonderheiten. So z.B. darin, dass durch über große Flächen das Niveau praktisch auf Meereshöhe liegt. Sowohl durch tropische Winde vom Meer als auch durch die Flüsse (gespeist aus dem Himalya-Schmelzwasser und dem Monsunregen) kommt hier doppelte Gefahr. Als Entwicklungsland fehlt außerdem jegliche Infrastruktur zum aktiven Hochwasser-Managment bzw. zum Katastrophenschutz. Klar ist: Sollten sich die Klimaerwärmungs-Thesen und die vermuteten Anstiege des Meeresspiegels bewahrheiten, so werden hier noch höhere Opferzahlen zu beklagen sein.

Klar ist: Sollten sich die Klimaerwärmungs-Thesen und die vermuteten Anstiege des Meeresspiegels bewahrheiten, so werden hier noch höhere Opferzahlen zu beklagen sein. Wie ein UN-Bericht aus 2004 zeigt: Naturkatastrophen treffen vor allem Arme.
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