Pegelmessungen und "Abfluß"-Messungen

Bei Hochwassern wird meist auf den Pegel geschaut - weil dort am einfachsten ablesbar scheint, ob das Wasser steigt oder nicht.

Irgendwann fällt einem auf, dass der Pegel z.B. von Köln höher ist als der von Rees, was Kilometer weiter unten liegt.

Pegeluhr in Köln

Hintergrund ist, dass ein Pegel immer nur den Stand eines bestimmten Standorts, einer bestimmten Messmethode wiedergibt.

Abfluß - Messung aussagekräftiger als Pegelstand

Daher ist der Blick auf den Abfluß (genannt HQ) - denn der zeigt den zu einem Zeitpunkt innerhalb einer Sekunde am Messort durchfließenden Wassers. Dieser ist besser geeignet als der Pegel. Hintergrund ist, dass ein Pegel immer nur den Stand eines bestimmten Standorts, einer bestimmten Messmethode wiederspiegelt. Da das Flussbett sich verändert, kann man nicht davon ausgehen, dass flussabwärts die Pegel höher sind, obwohl (z.B. durch Zuflüsse) mehr Wasserinput hereinkommt.

Abfluss bleibt bei verschiedenen Pegelständen gleich. 

Unsere Grafik zeigt drei (idealisierte) Flussbett-Querschnitte, durch die nacheinander die gleiche Menge Wasser (hier angenommene 3550 Kubikmeter pro Sekunde) durchströmt. Interessanter als der Stand ist die Entwicklung des Pegels.

 

Pegel fallen und steigen nicht proportional. 

Aber auch hier lauert ein üblicher Denkfehler: Steigt ein Pegel zunächst um 10 cm und am nächsten Tag noch einmal um 10 cm, heisst das nicht, dass sich der Wasserdurchfluss jeweils gleich erhöht hat. Denn weil der Fluss ein schräges Profil hat, muss bei höherem Pegel überproportional mehr Wasser durch fließen.

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19.03.2004 9:29 updated by Bene