Zur
"Psychologie" der öffentlichen Wahrnehmung
von Hochwasserkatastrophen
| Zum Beispiel "Sturmflut in Hamburg 1962 bitte hier klicken 1. Kurz und heftig- gegen- lang und schwierig
Wenn wir uns anschauen, wie Hochwasserereignisse in der Öffentlichkeit und Politik generell ablaufen, erkennen wir eine ungleiches Verhältnis, wir haben es als "Psychologische Waage" aufgezeichnet:
Wenn nicht gezielt die häufig betroffenen Regionen (also Städte) durch Wiederanbindung alter Flussüberschwemmungsflächen entlastet werden, dreht sich auch mit noch höherem Deich alles wieder genauso. Wenn der Fluss wieder kommt - und das kann Jahrzehnte aber auch nur Monate dauern. |
Ökologie
und präventiver Hochwasserschutz dagegen:
Langwierig, teuer und kompliziert?
Integrierter Hochwasserschutz ist teuer- entweder vorher oder nachher Hochwasserschutz
ist besonders teuer. Der sog. konventionelle Hochwasserschutz ist sehr teuer -
das war schon immer so So
ist z.B. bei einer ökologisch und hochwassertechnisch sinnvollen Rückanbindung
von Altarmen mit einer Deichrückverlegung eine Doppelbelastung, die häufig
gemieden wird. Statt einer Deicherhöhung auf alter Linie (konventionelle
Lösung) kommt nämlich bei der größeren Variante noch die
Summe für den Rückkauf der Auflächen und die zusätzlichen
Deichmeter hinzu. Häufig wird kurzfristig gedacht und dann nur die Minimallösung
durchgezogen: Deicherhöhung auf alter Linie. | |
Hochwasser ist keine Sache von Experten alleine In Deutschland verfügen wir über einige der am besten ausgerüsteten Katastrophenhilfsorganisationen und über eine lange Tradition von ingenieurwissenschaftlich orientierten Wasserbau-Experten. Dieses System hat seine Berechtigung, dennoch betrifft Flussausbaupolitik, Raumplanung und Hochwasser alle. Statt einer breiten Beteiligung und Information der Bevölkerung wird häufig irgendwo von irgendwem ein Hochwasserschutzkonzept entwickelt. Dass Einflussmöglichkeiten da sind, ist oft den Betroffenen nicht bekannt. | |
Kommunen
sind die Hochwasser-Schützer Nr. 1... Die Kommunen sind "klamm" - in doppeltem Sinn. Wenn ein Industrie- oder Baugebiet in niedrig gelegenen Bereichen ausgewiesen wird bekommt die Kommune Gelder. Wenn die Kommune allerdings zunächst Experten und Bevölkerung beteiligt, nach alternativen Konzepten ohne Flächenverbrauch sucht, gilt dies als teuer und bürokratisch. Am Ende tragen diejenigen die Kosten der Schnellschussplanung, die in die Flussauen gezogen sind und nicht informiert wurden. Selbst wenn Geld für Hochwasserschutz da ist, denken Kommunen oft nicht über die eigene Stadtgrenze hinaus: "Wir deichen bei uns Hochwassergebiete ein und nach uns...die Sintflut". Mangelnde Solidarität und Ignoranz ist häufig anzutreffen. | |
| Solidarität ist gefordert, denn Hochwasser mögen regionale Probleme sein, doch haben sie überregionale Ursachen. Bestimmte Länder, z.B. Hessen haben sich in den letzten Jahrzehnten nicht an Auenprogrammen beteiligt, weil sie selber nicht betroffen waren, die tiefer liegenden Gegenden tragen die Folgen! Zugegebener Maßen sind der Aufkauf von Flächen und der Rückbau von Deichen teuer- aber die Folgen falscher Hochwasserpolitik auch. Auf internationaler bis lokaler Ebene kann man schnell schwarze Schafe finden, die aus Uneinsichtigkeit oder finanziellen Gründen keine vorbeugenden Maßnahmen vor Ort machen. Es muss ein grundsätzliches Bewusstsein her und ein miteinander (überregional) abgestimmtes Hochwassermanagement mit ökologischem und (nur wo nicht anders machbar) technisch-konventionellem Hochwasserschutz. Dabei muss die Landwirtschaft einen besonderen Teil dazu beitragen, die bewohnten Städte zu entlasten, indem sie in Auregionen höchsten extensive Bewirtschaftung betreibt. | ![]() Angesagte Sommerhose im Modejahr 1988, 97, 99, 2002....2005....? |
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05.02.2006 11:42 updated by Bene