Erosion und Sedimentation

 

Fliessende Wasser ist nicht nur H2O - viele Schwebeteilchen werden mitgeführt. Fließendes Wasser reißt feste Teilchen mit und zwar um so mehr, je schneller es ist. Ein kleines Rinnsal beispielsweise kann in jedem Augenblick zwar nur eine kaum messbare Menge Partikel vom Untergrund abschleifen und wegtransportieren - aber über geologische Zeiträume sind das Milliarden Tonnen an Material. Man spricht hierbei von Erosion. In Flüssen bilden sich durch Tiefenerosion hinter Hindernisse Kolke.
Sinkt die Fliessgeschwindigkeit des Wassers ab, etwa in einer Flussschlinge oder bei geringerem Gefälle im Flachland, können Teilchen eines bestimmten Gewichts nicht mehr transportiert werden und fallen zu Boden. Diesen, der Erosion quasi entgegengesetzte Prozess nennt man Sedimentation. Die abgelagerten Partikel sind die Sedimente.
Es werden durch das Wasser also ständig Bodenteilchen, Steine, Salze und Pflanzenteile von einem Ort zum anderen bewegt - und das seit Jahrmillionen! So verändert sich - letztlich durch die Energie der Sonne - das Bild unserer Landschaft ganz gewaltig.
Sedimentation passiert dort am häufigsten, wo die Wassergeschwindigkeit am niedrigsten ist: In der Mündung. Hier bilden sich dann die typischen Deltas.

   
 Erosion und Sedimentation gehören zu einem Fluss, können aber auch zum Problem für Menschen werden.
Grade die kleinen Partikel - die also auch gute Nährstoffe für Pflanzen bilden, werden vom Wasser als erstes weggeschwemmt.
Liegt der Boden frei, kann über Wasser (und Wind) alles weggeschwemmt werden. Es bilden sich steile Risse oder auch Abbruchkanten, die stückweise abgeflacht werden. Das geht bei lockerem Material einfach und schnell - bei Fels oder Granit langsamer. Sedimentationen können an den "falschen Stellen" zur Verflachung des Gewässers führen - dann hilft sich der Mensch mit Buhnen oder Schiffsbaggern.
 Im Grunde sieht man also Erosion (und Sedimentation) sogar bei Kindern im Sandkasten, wenn man mit Wasser Sandburgen auflöst und abschwemmt. Welche bizarren Formen Erosion auch hervorrufen kann seht ihr an dem Foto aus dem "Valle de la luna" in der Nähe von La Paz in Bolivien - in den Anden. Dort sind bis zu 10 Meter tiefe Canyons im Sand-Kies-Boden entstanden.
Eigentlich kann man die Canyons schon gar nicht mehr sehen, weil nur noch die Erdspitzen übrig geblieben sind.
Hier hat aber nicht nur das Wasser, sondern auch die Sonne (durch Temperaturschwankungen) und der Wind mitgewirkt. Die meisten Auengebiete sind flach - sie wurden von dem Fluss weggeschwemmt.


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23.05.2004 17:35 updated by Bene
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