Sauber!
Ein kleines Wunder: Die Selbstreinigungskraft
| Das
Wasser natürlicher Fliessgewässer hat oft einen hohen Sauerstoffgehalt.
Dafür gibt es zwei Ursachen: Zum einen spielt die Wasserbewegung einen Rolle.
In einem natürlichen Flusssystem wird das Wasser (mit Ausnahme des Altwassers)
ständig hin- und hergewälzt. Es kann sich kaum eine stabile Schichtung
des Wassers ergeben, wie etwa in einem See und sehr viel Wasser gelangt immer
mal wieder an die Oberfläche, wo es den Sauerstoff der Luft aufnehmen kann.
Zum anderen spielt der Uferbewuchs eine große Rolle. Bäume und Sträucher
am Ufer sorgen für Schatten auf dem Wasser. Dies wiederum heißt, dass
das Wasser, das in Mitteleuropa mit ca. 9ºC (als Jahresmitteltemperatur)
aus den Quellen fließt, sich nur wenig erwärmen kann. Kaltes Wasser
kann wesentlich mehr Sauerstoff binden als warmes. (Ein ähnliches Phänomen
kennt jeder mit der Kohlensäure in Wasserflaschen. Erhitzt sich das Wasser
zischt alles CO2 weg, es funktioniert mit Sauerstoff so ähnlich.) Sauerstoffreiches
Wasser wiederum kann einer Vielzahl von Organismen eine Lebensgrundlage bieten.
Viele Arten, wie etwa die seltene Flussperlmuschel oder Forellen, sind auf kaltes
und sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Wenn
Gewässer "kippen" - Sommer, Sonne, Eutrophierung...
Leider versagt bei vielen Stillgewässern und bei manchen Bächen und Flüssen die Selbstreinigungskraft, dann "kippt" das Gewässer, wie man sagt. Dieser Prozess wird auch als Eutrophierung oder Überdüngung bezeichnet, die fast ausschließlich im Sommer/Spätsommer passiert. Wenn (z.B. durch Landwirtschaf) viele Nährstoffe im Wasser sind, gleichzeitig die Sonne stark scheint und die Wassertemperatur hoch ist, setzt starkes Algen- und Pflanzenwachstum ein. Was zunächst optimal ist, denn Pflanzen produzieren Sauerstoff, kehrt sich bald ins Gegenteil. Die Algen wachsen und überwuchern sich selber. Nur die erste Schicht Algen und Pflanzen kann noch Sauerstoff produzieren, der Rest wird abgedunkelt und stirbt aufgrund fehlender Sonne ab. Bei Verrottungsprozessen in der unteren Schicht und im Schlamm wird jetzt mehr Sauerstoff verbraucht, als die oberste Schicht Algen noch produzieren kann. Nun wird es eng, denn grade im Sommer ist auch das Volumen des Wassers klein und es kommt weniger Frischwasser an. Als erstes sterben Tiere, die viel Sauerstoff brauchen. Fische oder andere Kiementiere beispielsweise. Dies geht so lange, bis entweder mehr Frischwasser und/oder kälteres Wasser kommt. Eutrophierung hängt vor allem mit Überdüngung aber auch mit fehlender Beschattung und wenig Bewegung durch Stauung zusammen. Hier eine Grafik zu dem Zusammenhang (bitte mit der Maus drüber gehen): | ||||
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23.05.2004 17:36 updated by Bene
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