Wattzonen und Mangroven

Einmündender Priel an der niederländischen Nordseeküste.
Hier ein Priel bei ablaufendem Wasser (Ebbe).

Das Wattenmeer der Nordseeist in Europa wie weltweit eines der größten Wattzonen. Durch Tidenhub, also dem Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Durch diesen Austausch kommt es auch zu einer typischen Mischung von Salz- und Süßwasser, dem Brackwasser. In der Nordsee werden die Gezeiten durch die kombinierte oder eben entgegengesetzte Anziehungskraft von Erde, Sonne und Mond verursacht.

Wattenmeere gehören zu den artenreichsten Lebensräumen überhaupt und bilden eine wichtige Netzwerkfunktion z.B. für wandernde Vögel.

Prielwasser schliesst Wattwanderer ein

In der Nordsee gibt es nur wenige Meter Tiefenunterschied, die allerdings sehr große Flächen überspannen. Dadurch kann es auch zu typischen hin und wieder lebensbedrohlichen Situationen kommen, wenn man z.B. bei Ebbe losläuft und einen Priel durchquert, der wenig Wasser führt, später aber plötzlich mehrere Meter tief ist. In der Rollover-Animation sieht man einen Wattwanderer, der nach zunächst einen Priel durchquert. Dieser Priel ist etwa 30 cm tief, weil er kaum Wasserbewegung hat und daher nicht erodiert wird.
Nachdem der Wanderer umgekehrt ist, weil das Wasser kommt, umkreist ihn die Flut sichelförmig. Gleichzeitig vertieft das stark einströmende Wasser durch Erosion den Priel auf mehrere Meter Tiefe. Jetzt heisst es schwimmen oder einen längeren Umweg laufen. Fatal wäre es, wenn der Wanderer in Richtung des einfließenden Wassers läuft. Dann würde er bald auf einer Halbinsel sein und irgendwann die komplette Strecke schwimmen müssen.
Da vor allem Ortsunkundige auf die Wasserläufe bzw. Priele nicht achten, weil sie diese für "flach" halten, kommt es bei Prielen häufig zu bösen Überraschungen mit der Wasserdynamik im Watt.

Mangroven sind salzhaltige Uferwälder in den Tropen. Dort herrscht natürlich auch das Prinzip Sedimentation-Erosion. und In den Mangroven verstärkt ein wurzelnder Baum die Sedimentation, da er das Wasser um sich herum beruhigt, mehr Schlamm abfällt, die Wurzeln es festhalten. Die Pflanzen wurzeln dann auf den neuen Bodenschichten und halten noch mehr Schlamm fest. Bis am Ende der Mangrovenwald deutlich höher liegt als der normale Wasserspiegel. Kommt ein tropischer Sturm kann aber die "Arbeit von Jahren" für den Baum hinüber sein. Ähnliche Arbeitsmethode gilt übrigens auch für die Pionierpflanze im Watt, den Queller.

 

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29.06.2004 19:02 updated by Bene
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