Ein Fluss wird verbaut - und zur "Wasserautobahn" gemacht.
Unser Fluss ist ein typisches Beispiel für einen Tieflandfluss in Deutschland. Seine Verbauung wird in 4 Stufen gezeigt. Dabei seht ihr sowohl die Aue (das ist das Flusstal) wie auch das Gewässer selber vom natürlichen Zustand bis hin zum total verrohrten und begradigten Lauf.
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Kategorie 1: Natürlicher Zustand
Aufsicht auf das Gewässer

Querschnitt des Gewässers(gestrichelt=ursprünglicher Verlauf)

Bei den typischen Weichholzbaumarten wie Weiden passiert das schon mal - er kippt um. Kein Problem, einige angeschlagene Äste werden flussabwärt neu Wurzeln schlagen. Und der alte Baum bietet ein Wasserhindernis, hinter dem sich eine tiefe Stelle (vor allem für Fische interessant) bildet. Hier ein noch fast am Fluss liegender Nebenarm. In ihm können seltene Pflanzen leben, für die der Hauptstrom zu schnell fliesst. Auch Fische und Insekten können hier sehr hohe Populationsdichten entwickeln. Im Frühjahrshochwasser wird der "Teich" wieder zum Flussarm und nimmt Hochwasser auf. Diese Sand- und Kiesbänke bilden im Frühsommer eine ideale Nistmöglichkeit für seltene Vogelarten. Weil sie mitten im Fluss liegen haben Fraßfeinde keine Chance. Der Auwald ist ein wichtiger Hochwasserschützer. Zunächst verlangsamt das Gestrüpp das Wasser, Hochwasserwellen steigen also nicht so dramatisch. Dazu filtert er Schwebstoffe aus dem Wasser und hält sie fest. Wichtig ist auch, dass er den Fluss beschattet und so für kaltes Wasser sorgt. Dies ist ein Totarm, Obwohl er keine direkte Verbindung zum Hauptarm hat, wird er über den Grundwasserdruck immer noch vom Fluss geprägt. Dies ist ein typischer Määnder: An den Außenseiten "frisst" er sich eine Steilwand aus dem Ufer (super Eisvogelbrutplatz!), an den Innenseiten der Kurven setzt sich wegen langsamer Fließgeschwindigkeit Sediment zu Bänken ab. Die Mäander fließen solange weiter bis zwei Kurven sich treffen und der Fluss "durchfließen" kann. Alleine durch Mäander wird der Flusslauf deutlich verlängert - super Hochwasserdämpfer! Der Totarm hat im Sommer keine Fließgeschwindigkeit und wird daher dicht mit Pflanzen bewachsen. Dieser Nebenarm führt noch Wasser, fliesst aber langsamer als der Hauptarm. Das ist der Hauptarm, er führt das Wasser am schnellsten ab und ist daher auch am tiefsten.

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17.03.2004 18:05 updated by Bene