Brunnen
sind die älteste Wasserbauleistung des Menschen. Sie bestimmen noch heute
das Stadtbild.
Sie traten fast zeitgleich mit der Entwicklung der Seßhaftigkeit
auf und sind noch heute 1.Klasse Fundgruben für Archäologen, weil oft
Dinge in ihnen verloren gingen (Münzen etc.). Der einfache Brunnen wurde
um 1000 vor Christus in Form einer unterirdischen Wasserleitung erweitert, weil
nur so die Verdunstung vermindert werden konnte. Der sogenannte Kanat bestand
aus mehreren in einer Linie liegenden Löchern, die zwischen Wasserquelle
und Verbrauchsort angelegt wurden. |
Nicht mehr funktionsfähiger Brunnen auf dem Frankfurter Marktplatz.
Fast jeder Marktplatz hat einen Brunnen (gehabt). |
Von
diesen Löchern aus wurden nun waagerechte Verbindungstunneln gebaut, was
Jahrzehnte dauerte. Nach Fertigstellung floß das Wasser nun stetig von der
Quelle unterirdisch zum Verbrauchsort - die erste Wasserleitung war gebaut. Sie
verbreitete sich rasch über Armenien, Persien, Syrien, Ägypten und rund
um das Mittelmeer. Schon
die Griechen und Römer nutzten Flüsse nachweislich mit Schiffen.
Sowohl für den Handel wie auch für militärische Zwecke war der
Zugang zu Flüssen entscheidend für die Ausdehnung der Macht und eigentlich
auch das Erfolgsrezept der Hochkulturen. |

Im Bild eine römische Wasserleitung aus der Nähe von Xanten. Fast schon modern mutet die Fundamenttechnik an. Aus solchen Röhren wurden die Villen der römischen Upper class bedient. |
Wasserbau war vor allem Trinkwasserversorgung:
Dennoch waren großangelegte antike Wasserbauten äußerst selten. Der meiste Teil vom römischen Wasserbau kümmerte sich auch nicht um Fließgewässer oder Hochwasserschutz, sondern um die Ver- und Entsorgung der Siedlungen mit Wasser. Überall, wo Rom herrschte, wurden wasserführende Fundamente und Leitungen gebaut. Übrigens ging in der griechischen wie auch römischen Zeit der Erfindungsreichtum an Baumaschinen immer dann los, wenn nicht mehr genügend Sklaven da waren.
Aquädukt von Nimes - noch im Jahr 1999 imposant, erstellt etwa um 100 v. Chr. |

Archäologische Ausgrabung in der rheinischen Bucht. Zu sehen sind vier kreisrunde Brunnenschächte. |
Brunnen - Fallgruben für Geschichte
Aus dem Brunnen wurde oft über Jahre geschöpft. Irgendwann wurden die meisten Brunnen allerdings aufgegeben.
Sie verfielen oder stürzten ein, hin und wieder wurden sie auch verfüllt. Nicht nur an der Bauart kann man Brunnen erkennen. Das, was an Schmuck oder Abfall in sie hinein geworfen wurde, kann von Archäologen gezielt analysiert werden. Jede Kultur hat ihre verlorenen Gegenstände.
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Größtes Beispiel römischen Wasserbaus sind die sogenannten Aquädukte,
die hunderte Kilometer lange Frischwasserleitungen darstellten. Die erste dieser
Äquädukte wurde 312 v. Chr. gebaut. Diese sog. "Aqua Appia"
hatte eine Länge von über 15 Kilometern und verlief meist unterirdisch.
Bis 226 n. Chr. entstanden 12 weitere Wasserleitunge mit einigen hundert Kilometern
Netzlänge und einer Leistung von bis über 200.000 Litern Frischwasser
pro Stunde! Wie heute auch, waren diese Leitungssysteme teuer in der Wartung
und fielen häufig aus, noch vor dem Untergang Roms waren viele davon wieder
unbrauchbar geworden. Rom
setzte übrigens in allen Besatzungszonen durch, dass die römische Wasserkultur
und die dazu notwendigen Wasserbauten gebaut wurden. Wie hier in Frankfurt, tauchen
antike Badestellen immer wieder auf, wenn man tief genug buddelt:
 Römische
Fundamente einer Badeanlage in Frankfurt am Römer ( ca. 75 bis 110 n. Chr.)
mit späteren Aufbauten.
Beispielhafte Trinkwasser-Politik in Rom:
In
Rom gab es in den Trinkwasserspeichern drei Abflüsse. Der unterste (der immer
Wasser spie) versorgte die öffentlichen Trink-Wasserstellen, der zweite (etwas
höhere) Abfluss die öffentlichen Bäder und Wasserspiele. Erst wenn
der Speicher voll war, konnten das Wasser auch durch die letzte, obere Leitung
in private Haushalten laufen. Somit galt: Öffentliches Wasser vor Privatwasser.
Heute
kann man das nur als Vorbild nehmen: Weltweit werden immer mehr Wasserleitungen
und Trinkwasserressourcen privatisiert und damit wird Wasser zur Ware - oder
auch zum Kriegsgrund. |  |
Brücken
Brücken wurden im Römischen Reich auch gebaut, wobei diese meist
aus Holz bestanden und nur in den festeren Siedlungen aus Stein. Es ist unsicher,
ob der Imperator Cäsar am Rhein Brücken hat errichten lassen oder die
Übergänge zum anderen Ufer mit Fährschiffen gelang, Cäsar
überquerte 55 und 58 v.Chr. den Rhein. Später wurde der Rhein als Ostgrenze
festgelegt, dazu gab es auch angelegte Brücken.
Auf der Trajanssäule ist eine Donaubrücke des Apollodoros bei Turnu
Severin abgebildet, die aus 7 auf Holzpfählen gegründete Steinpfeiler
besteht, über die wieder Holzbögen gespannt wurden. Fährschiffe
und Furten (Flachwasserdurchgänge) waren viel verbreiteter als Brücken,
(auch) weil sich die Flüsse in ihrem Lauf ständig bewegten und niemand
wissen konnte, wo der Fluss "demnächst" liegt. Im Militär-Bereich
wurden auch Schwimmbrücken auf Booten eingesetzt.
Mühlenbau Die
ersten Wasserhebeversuche wurden bereits in der Antike ( um 800 v. Chr.) gemacht
das stetig fließende Naß wurde für "Automaten" (mitunter
sogar zur Zeitmessung) benutzt. Wasserkraft wurde in römischer Zeit erstmals
für Mühlen genutzt, später auch für andere Zwecke, z.B. für
römische Stein- oder Holzsägewerke. Dieses einfache und günstige
Modell hielt sich sehr lange - über 2000 Jahre. Es wurde später für
Gerbereien, sogar für Webstühle gebracht.  | Hafenbau
Als Handels- und Kriegshafen war eine befestigte Anlage bereits 700 Jahre
v.Chr. entwickelt worden, die Anstrengungen bestanden aber meist in Kies- oder
Steinschüttungen und einer so gebauten Mole, die Schiffe im Sturm gegen das
Meer schützten. Später wurde eine richtig geschlossene und mit Steinen
gesetzte Hafenmauer von den Griechen als Technik von den Phönikern übernommen,
dieser Hafen war nun auch absperrbar, sowohl gegen Feinde wie auch gegen das Meer. |
Hochwasser
waren in der Tat ein Problem, so schreibt bereits der griechische Schreiber Ovid:
"Schon bald gab es zwischen Wasser und Land keinen Unterschied mehr; alles
war ein einziges Meer, und das Meer hatte sogar keine Küsten." Die
Menschen waren aber diesen Naturgewalten ausgesetzt und hatten kaum Hilfsmittel,
diesen zu begegnen. Dämme oder Hochwasserwehre waren kaum wirkungsvoll und
sollen angeblich eher als "Beschäftigungsmaßnahme" für
Soldaten in Friedenszeiten gewesen sein. Die
Hilflosigkeit auf der einen, und die Abhängigkeit vom Wasser auf der anderen
Seite, ließ die Menschen Respekt vor den Flüssen und vor der Kraft
des Wassers haben. Nicht zuletzt wohl deshalb spielten Flüsse immer eine
wichtige Rolle im Leben der Menschen - auch kulturell (siehe unseren Exkurs
"Menschen und Flüsse"). |