Rhein, Main & Co voll ausgebaut...

Rheinbrücke bei Duisburg- Rheinhausen. Ausgebauter Rhein bei Krefeld/Duisburg.


Im Großen und Ganzen waren schon 1970 die meisten großen Ströme bereits vollständig verbaut und eingedeicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam zwar noch eine kurze "Wirtschaftswunderzeit" mit Kohle und Stahlt aber die Zeit der Schwerindustrie war bereits 20 Jahre später, ca. 1970 mit der "Stahlkrise" aus - Zechen und Stahlfabriken wurden geschlossen. Transportgüter gab es kaum noch, die (wegen ihrer Masse) NUR auf einem Schiff transportiert werden konnten. Was nicht auf den Zug ging, passte auf einen LKW. Der Flussausbau hatte seinen Schifffahrts-technischen und wirtschaftlichen Grund weitgehend verloren. Ausnahmen bestätigen die Regel.

  • So beschloss man in Süddeutschland entgegen allen ökologischen Zweifel und wirtschaftlichen Berechnungen den Ausbau des Rhein-Main-Donau-Kanals. Am Rhein-Main-Donau-Kanal bleiben nach Meinung einer Anwohnerin die Leute stehen und staunen, wenn ein Schiff durchfährt.
  • Im Emsland wurde die Ems-Regulierung für die Durchfahrt riesiger Schiffe der Papenburger Werft in den 90ern heiß diskutiert. Offensichtlich scheinen Großprojekte im Kanalbau immer noch den Hauch von absolutistischem Sonnenkönigtum (wir erinnern uns an den Plan, Münster an die Nordsee zu bringen) zu besitzen, denn überall war die Landesregierung stolz auf solche Vorzeigeprojekte. Ökologische Bedenken werden mit dem Arbeitsplatz-Argument weggewischt, das sicherlich ein gewichtiges ist. Unterm Strich ist allerdings die Zeit der Binnenschifffahrt vorbei und es ist auch sehr viel leiser in Sachen Wasserstraßenpolitik geworden.
  • In 2004 wurde vom österreichischen Minister für Verkehr gefordert, die Donau im Bereich eines hunderte km langen Abschnitts zwischen Wien und Bratislava auf 2,90 m Fahrwassertiefe auszubauen. 1988 haben sich die Donauanlieger darauf geeinigt, max. 2,50 m Tiefe als Kompromiss zwischen Verkehrsleistung und Hochwasserschutz/Ökologie zuzulassen. Ein Beispiel für einen nationalen Alleingang.
  • Zum Themenkreis Wasserverkehr, Flussverbauung und Binnenschiffahrt haben wir eine Karte (ca.200 KB) und einige Basisinformationen erstellt.

Über jeden Zweifel erhaben - die konventionelle Wasserbautechnik feierte sich
Die ingenierwissenschaftliche Hochwasserschutztechnik hatte bis zum Anfang der 90er Jahre allen Grund, stolz auf ihre Leistungen zu sein. In der Zeit zwischen 1960 und 1980 kommt es auch nur zu wenigen Hochwasserkatastrophen, die das Denken "Fortschritt durch Technik" im Hochwasserschutz durchbrechen hätten können. Was an Rhein und den großen Flüssen erfolgreich war, konnten nur Modellcharakter in den kleineren Fließgewässern haben: Mehr Deiche, mehr Siedlungsland, weniger "verschenkte Fläche", schnellerer Wasserabfluss, mehr Brücken... und das möglichst schon im kleinsten Bach - Hochwasser war da längst zur Ausnahme geworden.

Verrohrter Bach.


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19.03.2004 10:37 updated by Bene

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