1830-1945

Industrialisierung - auch der Flüsse


 


Während der Flussausbau in den vorausgegangenen Jahrhunderten immer wieder Rückschläge erhalten hat, war zum Ende des 19. Jahrhunderts das Gerät da, was die Leistung hunderter Menschen erreichen konnte: Die Maschine. Zunächst als Dampfmaschine im Einsatz auf Schiffen, konnte nun auf Treidelpfade verzichtet werden, die bei großen Flüssen sowieso immer weniger im Einsatz waren.

Emscher-Lippe-Kanal bei Altenessen.
Der Emscherkanal bei Gelsenkirchen - wo früher noch Schiffe kreuzen ist nun weitgehend Stille. Die Güter sind vor allem auf dem LKW unterwegs.

In einem Jahrhundert (ca. 1850 bis 1950) der Industrialisierung kamen die "Fließgewässer 1. Grades" (Rhein, Donau, Elbe, Mosel...) und ihre "Zubringer" (Ems, Oder, Neiße, Ruhr, Saar..) in etwa in die Gestalt, wie sie heute sind. Kanäle, wie der nach seinem Erbauer genannte "Friedrich-Wilhelm-Gedächtnis-Kanal" zwischen Nord- und Ostsee ergänzten die natürlichen Gewässerwege zu einem nationalen System.

 

Touristenschiffe am Main in Frankfurt.
Main bei Frankfurt heute (Blick flussaufwärts)

Im 20. Jahrhundert waren Maschinen zum Abpumpen, Baggern, Vertiefen vorhanden. Mit der Dampfschiffahrt einher ging der Transport von immer mehr Eisenerz und Kohle. Hierfür wurden ausgebaute tiefe Flüsse benötigt, immer größere Schiffe gebaut und für diese war selbst ein Strom wie der Rhein stellenweise nicht befahrbar. Auch die Breite wurde vergrößert.
Es wurde gesprengt, gebohrt, geschleust und sogar hin und wieder der ganze Fluss angehoben (in "Schiffshebewerken").
Frankfurt- Skyline.

Main bei Frankfurt heute (Blick flussabwärts)
Dass der Kanalbau immer noch ein Symbol nationaler Kraft war, zeigten koloniale Megaprojekte wie der Suez-Kanal (Durchstich vom Mittelmeer zur Arabischen Meer) und der Panama-Kanal (Durchstich von der West- zur Ostküste Amerikas).Flussufer wurden nun auch zu Häfen ausgebaut, denn irgendwo musste die Ladung ja gelöscht und aufgenommen werden.
Die Hoch-Zeit der Binnenschiffahrt hing mit dem Stahl und Kohletransport zusammen. Der größte Binnenhafen Europas, der Duisburger Hafen, war nicht zufällig das "Tor" zum Ruhrgebiet. Erst als die Eisenbahn und die Autobahn in den dreißiger Jahren gut entwickelt waren, große Brücken gebaut werden konnten, waren Transportschiffe und Fähren langsam nicht mehr gefragt. Das Schiff gab seine relative Transportleistung bis heute kontinuierlich an die Eisenbahn, und diese gab es dann später (noch unökologischer) an den LKW/PKW ab. Es gab erste Konflikte zwischen Hochwasserschutz und Binnenschiffahrt:


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19.03.2004 10:24 updated by Bene

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