Während
der Flussausbau in den vorausgegangenen Jahrhunderten immer wieder Rückschläge
erhalten hat, war zum Ende des 19. Jahrhunderts das Gerät da, was die Leistung
hunderter Menschen erreichen konnte: Die Maschine. Zunächst
als Dampfmaschine im Einsatz auf Schiffen, konnte nun auf Treidelpfade verzichtet
werden, die bei großen Flüssen sowieso immer weniger im Einsatz waren.
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Der Emscherkanal bei
Gelsenkirchen - wo früher noch Schiffe kreuzen ist nun weitgehend Stille.
Die Güter sind vor allem auf dem LKW unterwegs. | In
einem Jahrhundert (ca. 1850 bis 1950) der Industrialisierung kamen die "Fließgewässer
1. Grades" (Rhein, Donau, Elbe, Mosel...) und ihre "Zubringer"
(Ems, Oder, Neiße, Ruhr, Saar..) in etwa in die Gestalt, wie sie
heute sind. Kanäle, wie der nach seinem Erbauer genannte "Friedrich-Wilhelm-Gedächtnis-Kanal"
zwischen Nord- und Ostsee ergänzten die natürlichen Gewässerwege
zu einem nationalen System. |
Im
20. Jahrhundert waren Maschinen zum Abpumpen, Baggern, Vertiefen vorhanden. Mit
der Dampfschiffahrt einher ging der Transport von immer mehr Eisenerz und Kohle.
Hierfür wurden ausgebaute tiefe Flüsse benötigt, immer größere
Schiffe gebaut und für diese war selbst ein Strom wie der Rhein stellenweise
nicht befahrbar. Auch die Breite wurde vergrößert. Es wurde gesprengt,
gebohrt, geschleust und sogar hin und wieder der ganze Fluss angehoben (in "Schiffshebewerken").
 Main
bei Frankfurt heute (Blick flussabwärts) Dass
der Kanalbau immer noch ein Symbol nationaler Kraft war, zeigten
koloniale Megaprojekte wie der Suez-Kanal (Durchstich vom Mittelmeer zur Arabischen
Meer) und der Panama-Kanal (Durchstich von der West- zur Ostküste Amerikas).Flussufer
wurden nun auch zu Häfen ausgebaut, denn irgendwo musste die Ladung ja gelöscht
und aufgenommen werden. Die Hoch-Zeit der Binnenschiffahrt hing mit dem
Stahl und Kohletransport zusammen. Der größte Binnenhafen Europas,
der Duisburger Hafen, war nicht zufällig das "Tor" zum Ruhrgebiet.
Erst als die Eisenbahn und die Autobahn in den dreißiger Jahren gut entwickelt
waren, große Brücken gebaut werden konnten, waren Transportschiffe
und Fähren langsam nicht mehr gefragt. Das Schiff gab seine relative Transportleistung
bis heute kontinuierlich an die Eisenbahn, und diese gab es dann später (noch
unökologischer) an den LKW/PKW ab. Es gab erste Konflikte zwischen Hochwasserschutz
und Binnenschiffahrt: |