Hochwasser
- von der Regel zur Ausnahme
-vom normalen Ereignis zur "Katastrophe"


Es wurde im 20. Jahrhundert für Flussanlieger alles so "angenehm" wie möglich, die jährlichen Hochwasser (an die sich Generationen von Menschen gewöhnt haben) wurden unterbrochen. Es setzte sich in zwei Generationen eine Einstellung durch, dass Hochwasser quasi "Fehlfunktionen im Schutzsystem" und "Katastrophen" sind. Hochwasser waren keine Regel mehr, sondern die Ausnahme. Dabei gab es schon relativ früh ein entscheidendendes Erlebnis, das Zweifel an der Machbarkeit.

Originalausgabe der Hamburger Abendzeit zur großen Flutkatastrophe in Hamburg 1962- dramatische Bilder von einem Hubschrauber, der Menschen per Seil evakuiert.

Ausschnitte aus der Chronik der Hamburger Abendzeitung vom März 1962

Als im Februar 1962 eine Springflut der Nordsee über die Nordsee bzw. die Elbdeiche kam und eine Katastrophe mit hunderten Toter an der Nordseeküste (v.a. in Hamburg) auslöste, war die einzige Konseqzenz, die Deiche massiv zu erhöhen und das Frühwarnsystem auszubauen. Schlagzeile: "Hamburger fragen: Warum gibt es keine Warnung?"

Obwohl das Problem bei den Binnengewässern ein anderes war: Ähnliches geschah auch an Rhein und Mosel. Und der Zusammenhang von kleinen Eingriffen in Bächen und den Hochwassern an den Strömen wurde nicht wahrgenommen. Lange hörte man nicht, dass Hochwasser große Katastrophen auslösten.

.Doch der Eindruck täuschte: Das komplexe Geflecht von ingenieursmäßigem Hochwasserschutz von Quelle bis Mündung, vom Rinnsal bis Rhein wurde paradoxerweise zu seinem eigenen Gegenspieler...

Zurück zur Übersicht "Flussausbau"

19.03.2004 10:28 updated by Bene

bitte disclaimer beachten!