Leben im und am Fluss!

Amphibien


Teichmolchweibchen (doppelte natürliche Größe).

In Auen sind Amphibien natürlich in ihrem Element. Für sie ist fast jedes Hochwasser eine Verbreiterung ihres Lebensraumes, vor allem wenn es nach dem Frühjahr Altarme und flussnahe Tümpel wieder auffüllt. Man braucht sich bloß mal eine natürliche Aue anschauen: Es gibt morastige Stellen, überall Wasser oder zumindest den frühmorgendlichen Nebel, Lurche lieben Feuchtigkeit.

Frösche


See-, und Teichfrosch sind in Altarmen oder Totarmen zu finden. Dort liegen sie meist in der Mitte des Wassers auf Seerosen oder anderen Wasserpflanzen. Diese Frösche sind meist um das Gewässer selber zu finden und sind maximal drei Meter vom Wasser zu finden, damit sie sich mit maximal drei Sätzen ins Wasser retten können.

Flussaue.

Vor allem die Frösche lieben die Sonne, denn alle Amphibien sind wechselwarme Tiere. Nicht zuletzt daher wandern sie gerne zwischen kühlen und sonnenexponierten Stellen hin und her. Der Grasfrosch ist nicht unbedingt so auf Wasser angewiesen. Ihm reicht ein feuchter Auwald, vielleicht auch nur ein kleiner Bach, er ist sowohl in der Weicholz- wie auch in der Hartholzaue zu finden.

 

Oben: Typisches See-/Teichfroschrevier: ein Altarm am Rhein.  

Grasfrosch
Grasfrosch.

Der Grasfrosch ist der anspruchsloseste Frosch. Man findet ihn in den meisten Wäldern, an Bächen und Gewässern. Er ist nicht unbedingt auf das Wasser angewiesen - seine Farbe ist auch entsprechend erd-dunkel zwischen Grün und Braun.

Teich- bzw. Seefrösche sonnen sich meist in einem Abstand von 2-3 Metern vom Gewässer, um bei Gefahr mit einigen Sprüngen im Wasser zu verschwinden. Ihr Kopf ist relativ dreieckig, ihre Farbe ist deutlich heller, ihr Rufen ist ein schwallartiges kurzes und tiefes Quaken.


 

Was hier aussieht wie ein kleiner Fisch ist die Kaulquappe des Laubfrosches.

Laubfrosch-Kaulquappe, die so groß ist wie das erwachsene Tier!
Diese Kaulquappe wurde im Juni 2004 an einem 2003 angelegten Laubfroschgewässer des NABU Münsterland gefangen. Sie zeigt, dass Schutzbemühungen im Rahmen des Programms "Ein König sucht sein Reich" erfolgreich waren. Unten ein Unterwasserfoto - eine seltene Aufnahme, da die Kaulquappen sehr schnell und sehr nervös sind.
Die Kaulquappe des Laubfrosches ist erheblich größer als alle anderen Kaulquappen und auch sehr viel dicker - etwa so dick wie der kleine Finger eines Mannes. Die Farbe variiert zwischen goldschimmernd und grünlich. Diese Kaulquappen lieben flache und warme Gewässer und können sehr bald sehr gut sehen und entsprechend gut flüchten.
Laubfrosch -Kaulquappe, die sehr groß und gedrungen wirkt.
Laubfrosch auf einem Handteller-großen Brombeerblatt.

Ab Mai hört man Gras- und Seefrosch tagsüber, am lautesten wird es allerdings bei Dämmerung, denn dann schlägt der erwachsene Laubfrosch zu. Obwohl er so klein ist, knallen die Rufe bei ihm mit mehr Dezibel als bei allen anderen Froscharten.

Der Laubfroschruf als MP3
Der Laubfrosch liebt sonnige, warme und mit kleinen Gehölzen umstandene Gewässer - aber ist sehr empfindlich gegenüber Veränderungen des Menschen und gegenüber Überdüngung und Pestiziden. Er ist in vielen Gegenden faktisch ausgestorben und steht unter Naturschutz.

Linkes Bild:Laubfrosch beim Sonnenbad.

Unten (Rollover-Bild): Der Laubfrosch etwa in natürlicher Größe - er ist in etwa so klein wie das letzte Fingerglied des kleinen Fingers bei einem Erwachsenen. Die Färbung variiert zwischen Chromgelb, Grün und Türkisblau.

Laubfrosch beim Sprung durch das Brombeer-Gestrüpp!

Laubfrösche sind statt im Wasser und im Gras lieber im Gestrüpp unterwegs. Für diesen "Kletter-Lifestyle", der sonst nur bei tropischen Fröschen vorkommt, sind sie durch ihre Leichtigkeit und Haftballen bestens ausgerüstet. Klickt auf das Rollover-Bild und ihr seht den Winzling verschwinden.

PS: Links oben ist noch zu sehen, wenn man genau aufpasst.

Einheimische Kröten

 
In umgestürzten Bäumen, unter Steinen und in Spalten fühlen sich Erdkröten wohl. Sie gibt es sogar im Garten, wenn er nicht ganz so "aufgeräumt" ist. Beim Gärtner revanchieren sie sich, indem sie Schnecken und Insekten vertilgenKroetenwanderung- hier überquert ein "Doppeldecker" aus Männchen und Weibchen die Straße.
Dieser "Doppeldecker" war in ein Loch gefallen, das von einem herausgezogenen Zaunpfahl stammte - am Tage würden Erdkröten freiwillig nie wandern. Für Erdkröten werden Keller, Löcher oder Gullys schnell zu Todesfallen.

Erdkröten-Junges, das etwa ein Viertel einer Euro-Münze bedeckt! Diese Erdkröte ist in ungefährer Originalgröße abgebildet. Sie verließ Mitte Juni 2004 ihr Laichgewässer. Zum Vergleich eine Euro-Münze.
Die Erdkröte ist eine der häufigsten Amphibien. Sie ist relativ anspruchslos, was das Laichgewässer angeht. Die Laichwanderung setzt meist während der Dunkelheit ein, sobald die Nachttemperatur regelmäßig über 7 Grad liegt. Dabei legen die Kröten mehrere Kilometer zurück. Etwa Anfang bis Mitte März laichen die Kröten ab und verlassen sofort danach das Gewässer. Erdkröten werden häufig überfahren, weil sie sich nicht besonders schnell bewegen und kaum Scheu vor Autos zeigen. Hier können Amphibienschutzzäune helfen - unter den Aktionsideen findest du Infos, wie und wo man so etwas macht.

Kaulquappen - auf den ersten Blick haben sie nichts mit Fröschen zu tun.
Für die Kaulquappen (hier der Erdkröte) gilt die Prägung auf ihr Herkunftsgewässer. Auf noch nicht restlos wissenschaftlich geklärte Art werden sie in zwei Jahren hier wieder hin kommen, um sich fortzupflanzen. Von einigen hundert Kaulquappen werden nur wenige wieder zurück kehren.

Vergrößerung: Sichtbar sind drei Kaulquappen, die schon gewisse Ähnlichkeit mit Fröschen zeigen - Augen, Naselöcher und der breite Mund sind vorhanden.
Bereits nach wenigen Wochen sind die Kaulquappen so weit entwickelt, dass sie auf abrupte Änderungen im Lichteinfall reagieren können und dann blitzartig nach unten in tieferes Gewässer verschwinden. Noch ein paar Wochen drauf und sie können das Gewässer verlassen.


Inmitten von Altarmen ist das Wasser ruhig genug - hier oder in Totarmen oder Tümpeln laichen viele Amphibien. Viele Molcharten, die zwei Salamanderarten, Gelb- und Rotbauchunken und die meisten Krötenarten sind sogar in der Lage, in solchen Minigewässern zu laichen. Vorteil der kleinen "Pfützen": das Wasser ist flach, es gibt weniger Fische und die Wassertemperatur erhöht sich schneller als bei tiefen Gewässern. Dennoch werden Kaulquappen von mehreren hundert tausend auf nur wenige Überlebende dezimiert.
Die
Geburtshelferkröte wäre dem Verdunstungsproblem besonders ausgesetzt, denn sie liebt steinige Stellen, wie sie häufig in Steinbrüchen, aber auch auf großen Kiesbänken an Bergflüssen vorkommen. Als Anpassung an die gnadenlose Sonneneinstrahlung und die hohe Verdunstungsrate trägt diese Kröte ihre Eier mit sich herum bis sie schlüpfen (Name!). Erst dann sucht sie ein Gewässer auf.

Molche und Salamander

Teichmolche sind die häufigsten Molche. Sie lieben warme und seichte Pfützen, Gartenteiche sogar Brunnen, kommen aber auch in fast allen anderen Gewässern vor. Man kann sie von anderen Molchen nur dadurch unterscheiden, in dem man sie fängt und ihnen auf die Unterseite schaut. Dort zeigen die Teichmolchmännchen einen insgesamt hellen Bauch und in der Mitte einen roten Streifen und große schwarze Punkte. Will man Molchen ein Biotop bauen, reicht es, wenn es mindestens einen Meter tief ist, denn sie leben meist gerne geschützt unten am Boden.

Bergmolche sind weniger häufig. Sie lieben kalte Tümpel, die im Schatten liegen. Ihre Männchen sind an der Unterseite gelb gefärbt. Es gibt noch weitere Molche, so z.B. den Fadenmolch, den Kammmolch.... Ihre Bestimmung fällt nicht so leicht, die von den Kaulquappen ist extrem schwierig. Aber es gibt einen sehr guten und praxistauglichen Führer, den man über die NAJU-Seite oder in der Buchbesprechung (ziemlich weit unten) bestellen kann.

Teichmolch Männchen mit charakteristischer Zeichnung.
Teichmolchmännchen von unten.
Bergmolche mit gelber Färbung.
Bergmolchmännchen von unten.

Dafür gibt es eine andere Bedrohung: Sind die Kaulquappen geschlüpft, so geht es oft um Zeit. Nach wenigen Wochen sind viele Gewässer bereits stark eingetrocknet und wer dann nicht Beine hat und die Lungenatmung eingeführt hat, sitzt im wahrsten Sinn auf dem trockenen. Und alle Kaulquappen sind für Fraßfeinde wie den Reiher leichte Beute.

Mehr erfahren?

Über Frösche, Lurche und Amphibien könnt ihr euch hier beim NABU Team "Amphibienschutz" ausführlich und mit vielen Bildern informieren. Grasfrosch auf Erde.
Im Foto: Ein Grasfrosch - häufiger Vertreter der Amphibien und heimisch in vielen (Fließ-) Gewässern. Er würde ohne Hecken und Flüsse nur wenig wandern können. Die Tarnung ist hier auf dem Foto offensichtlich.

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08.08.2004 11:38 last updated by Tina