Leben im und am Fluss!
Warum ist eine Flussaue der
"Regenwald vor der Haustür" & eine "Artenautobahn"?
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| Die Artenvielfalt steigt gradezu dramatisch, wenn ein natürlicher Uferrandstreifen vorhanden ist und zwar relativ unabhängig von der eigentlichen Wasserqualität. Dabei sind die ersten acht bis zehn Meter bereits wichtig: Neben den "Allerweltsarten" Stichling, Stockente oder Stechmücke kommen dann nämlich anspruchsvollere Arten wie der Eisvogel, die Wasseramsel, der Pirol oder nahezu alle am Fluss lebenden Amphibienarten sowie die Weiden und Erlen zum Zuge.
Ab
etwa 20 bis 300 Meter naturbelassener Aue gibt es einen weiteren Sprung: Fischotter
und Biber können jetzt "einziehen", wenn die Aue auch relativ ungestört
ist. Über 300 Meter breite Auen können potenzielle Lebensräume
für die wasserliebenden, aber extrem scheuen Arten Schwarzstorch, Schwarzmilan
und der imposante Seeadler. Die Sumpfschildkröte braucht diese Ungestörtheit
und eine weite Wasserfläche z.B. in Totarmen. Am Ende brauchen nur Großtierarten
wie Wisent oder Elch noch mehr als 1 bis 1,5 km Ruhezone in Auen. Dies ist in
Mitteleuropa praktisch nur noch in Ostpolen, im Donaudelta bzw. in den skandinavischen
Ländern der Fall und somit für unsere Kulturlandschaft kaum zu realisieren. Fazit: Die ersten acht bis zehn Meter machen aus einem Fluss einen optimalen Lebensraum - ohne großartig in die Kulturlandschaft einzugreifen. Was darüber hinaus geht, ist schon selten, Auflächen in natürlichem Zustand von über 300 Metern für Deutschland fast ein Juwel.
Wenn
man so will, sind die von den Elementen Wasser und Erde geprägten Flussauenlandschaften
die "tropischen Regenwälder Europas".Und noch etwas kommt hinzu:
Der Fluss ist - ähnlich einer Hecke - eine wichtige "Artenautobahn".
In krassem Gegensatz zum entsprechenden menschlichen Bauwerk, bieten Flusssysteme
ein weites "Biotopverbundsystem" für Fische (Laichwanderungen),
Amphibien, Pflanzen und anderen Lebewesen. Viele Tiere und Pflanzen werden durch
Verdriftung mit dem Wasser verbreitet. Die Sandbänke
grösserer Flüsse sind im Winter eine wichtige Nahrungsquelle für
durchziehende Vögel (siehe Foto), wenn stehende Gewässer schon zugefroren
sind. Und alles, was unsere meist eintönige Nutz-Landschaft nicht über-fliegen
kann, kann über unsere Flusssysteme relativ schnell neue Biotope erreichen
und besiedeln. Der Fluss verändert sich ständig und ist daher im natürlichen
Zustand artenreich (siehe unsere Grafik). |
Mehr über den Zusammenhang zwischen Genpool und Flüssen hier.
27.05.2004 22:44 last updated by Tina
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