Leben im und am Fluss!
| Online Broschüre (zum Download und Ausdruck) Fische in unseren Gewässern
Der
Salm
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| Aus
Sicht der Fische kommt es in Gewässern darauf an, dass viel Nahrung vorhanden
ist, ausreichend Sauerstoff zum Atmen, es im Winter nicht oder nicht vollständig
zufriert, Laichmöglichkeiten und Verstecke vorhanden und das Gewässer
insgesamt abwechslungsreich ist. Einige Fische können diese unterschiedlichen
Ansprüche nicht überall finden. Sie wandern, um z.B. am Oberlauf
aufzuwachsen und dann ins Meer abzuwandern, um dort nach einigen Jahren wieder
den Aufstieg zu wagen. Zu solchen Wanderfischen gehört der Aal und der Lachs,
aber auch das Neunauge. Während der Lachs seine Jugend im Oberlauf der Quellregion
verbringt und ins Meer abwandert bzw. nur zum Laichen wieder aufsteigt, läuft
es beim Aal genau umgekehrt. Der Aal wird im Meer geboren, wandert als sog. "Glasaal"
die Flüsse hinauf und verbringt sein Leben in Binnengewässern, bevor
er zum Laichen wieder ins Meer abwandert. Klassischerweise teilt man Fließgewässer von der Quelle bis zur Mündung in Regionen ein, die von einer Leitfischart bestimmt sind. Daher heissen die Regionen: Forellenregion, Äschenregion, Barbenregion, Brassenregion, Kaulbarsch-/Flunderregion, letztere ist bereits mit Brackwasser gefüllt. Wo lebt welcher Fisch?
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| Die |
![]() ![]() Rote Liste Status: "gefährdet" |
| Aus der
Familie der Salmoniden hier ein | ![]() ![]() Rote Liste Status: Bachsaibling & Regebogenforelle: (kein Status da eingebürgert); |
| Die
| ![]() ![]() Rote Liste Status: "gefährdet" |
| Die
| ![]() ![]() Rote Liste Status: "nicht gefährdet" |
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| Die Lauerjäger fressen Insekten, Amphibien, Fische, sogar kleinere Wasservogelküken und hin und wieder kleinere Artgenossen. Damit sorgen sie selber dafür, dass es nicht zu viele Räuber im Revier gibt. Ihren Laich legen Hechte im Frühjahr in überschwemmte Wiesen - er klebt stark und wird z.B. von Enten "exportiert", so dass sogar in Gartenteiche Hechte existieren. Er ist allerdings auf viel Bewuchs angewiesen und länger überschwemmte Wiesen. | |
![]()
Rote Liste Status: "gefährdet" | |
![]() ![]() Rote Liste Status: "nicht gefährdet" | |
Mit
ihren Barteln können sie den Schlamm nach Nahrung sondieren. Daher sind Karpfen
auch typische Fische in schlammigen, nährstoffreichen Gewässern.![]() Rote Liste Status: (kein Status da eingebürgert) | ![]() |
Jetzt zu den schlechten Nachrichten: | |
![]() ![]() Rote Liste Status: "Vorwarn-Liste" | |
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Wer liegt hier so scheu
im Kraut? Es ist der | ![]() Rote Liste Status: "nicht gefährdet" |
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![]() Da eingebürgert- kein Rote Liste Status, sorry | |
![]() Rote Liste Status: "nicht gefährdet" | |
Apropos bauchoben - hier könnt ihr euch an einem Brassen und einigen Weißfischen anschauen, was passiert, wenn Chemiereste von Privat im Bach entsorgt wurden. |
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Rote Liste- Status: Die Rote Liste bezieht sich auf NRW (Stand 2001), ist aber im Groben übertragbar auf andere Länder.
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Schon
gewusst:
Dass sich beim Aal erst ab einer Länge von 15 cm entscheidet,
ob er männlich oder weiblich wird?
Ist beim Menschen schon eher erkennbar.
;-)
Kleinfische im Fluss - ein Beispiel guter Anpassung
Die
Groppe (auch Koppe genannt) ist ein sehr sauerstoffliebender Fisch. Während einer Bestimmungstour der NAJU mit dem Kombi-Leitfaden (hier downloadbar) kamen diese Exemplare ins Fangnetz. Beim ersten Foto sieht man ein mehrjähriges Alttier (2000 gefangen) die kleineren Jungtiere (unten und rechts) sind im Juli 2003 gefangen worden. Da das Gewässer 2001 von einem geplatzen Güllebehälter (trotz Feuerwehreinsatz) verseucht wurde, kann es gut sein, dass diese Jungfische die einzigen Überlebenden waren, denn grössere Fische brauchen mehr Sauerstoff. Im Bild rechts ist gut die Anpassung an kiesig-sandige Gewässersubstrate erkennbar - perfekt getarnt. Durch die Stellung der Vorderflossen (siehe oben links) kann die Groppe sich auch bei starker Strömung an den Boden drücken. Sie schwimmt meist nur stückweise, liegt lieber am Boden und wartet auf Beute - sie hat im übrigen auch keine Schwimmblase. Also: Es gibt auch Fisch ohne Schwimmblase.
Video "Groppe" download (Das Video zeigt eine erwachsene Groppe in ihrem typischen Lebensraum, MPEG-Format, 10 Sekunden, ca. 816 KB)
Wanderfischarten, Dämme und Fischtreppen- "Spring doch!" oder was?
Seit etwa zehn Jahren gibt es ihn wieder in Teilen Deutschlands - den Lachs. Alle Politiker freuen sich, jubeln über jeden Lachs, gilt er doch als Garant für einen sauberen Fluss. Hinter dem mittlerweile fast 20jährigen Lachsprogramm z.B. der Rheinkomission steckt ein groß angelegtes und sehr teures Nachzuchtprogramm und die Erfolge sind immer nur Reparaturen. Man darf sich nicht darüber hinweg täuschen lassen, dass viele andere Fischarten weiterhin den Weg durch alle möglichen Bauten im Wasser abgeschnitten bekommen. Während der Lachs noch einer der agilsten ist - er kann Unterbrechungen von bis zu einem halben Meter ohne Problem überspringen- , bekommen andere Fische die "Blutgrätsche" von Wasserkraftwerken oder anderen Bauten voll mit. Selbst die besten Fischtreppen lösen das Problem nicht perfekt, denn jeder Typ lässt bestimmte Arten durch, andere müssen stecken bleiben.
Der Aal möchte z.B. gerne unten durch, der Lachs wie alle Salmoniden gerne oben. Hat der Fisch ein Hindernis geschafft, kommt das nächste zehn Kilometer weiter.
Ein regelrechter "Marathon" ist für den Aal die Reise zur Saragassosee bis Basel und zurück -könnte man meinen. Eine bessere Bezeichnung für diesen Sport wäre "Zehn kleine Fisch´lein", denn die Durchlassquoten verringern sich mit jedem Stauwerk zu einer hohen Summe von Individuen oder ganzen Arten, die eben das Laichgebiet (meist im oberen Flussabschnitt) nie erreichen.In unserer Animation können 45% von 100% der aufsteigenden Fische die erste Barriere und von denen, die es geschafft haben 90% die zweite nicht passieren. Es bleiben unterm Strich nur 5,5 % laichfähige Exemplare von den aus dem Meer aufsteigenden Gesamtmengen. Übrigens: wenn sie es geschafft haben - nicht zu vergessen - kommt noch der Rückweg durch diverse Häckselturbinen. Viel Spaß! Eine besser Methode als die besten Fischtreppen wäre, die meist unsinnigen Hindernisse zu schleifen oder zu sprengen, womit schon in einigen Region begonnen wurde. Unten eine Staustufe bei Dieblich an der Mosel. Neben den Stauwehren auf der rechten Seite ist die Schiffschleuse. Links unter dem Pfeil sieht man eine konventionelle Fischtreppe
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Auf der Vergrößerung kann man die Fischtreppe besser erkennen. Diese Art der Fischtreppe gilt heute nicht unbedingt mehr als angebracht, weil sie nur für wenige Fischarten (Salmonide) überhaupt effektiv ist. Sie ist zu steil und außerdem grade und aus Beton. Neue Konzepte sehen von einer Integrierung der Treppe in die Staustufe ab und favorisieren lieber einen vor der Stufe abgehenden alternativen Weg. In keinem Fall kann eine Fischtreppe aber wirklich als "funktional" beschrieben werden, da diese immer Arten ausschließt
Genetische Isolierung von Populationen durch Barrieren
Auch für nichtwandernde Tierarten bilden Stauwehre eine nur einseitig durchlässige Grenze, die genetisch den Effekt hat, dass sich der Genpool verkleinert. Denn durch Abdriftung können z.B. nach einer Katastrophe unterhalb eines Wehres wieder neue Tiere/Pflanzen angeschwemmt werden. Ein Wehr ist aber für viele Arten nur einseitig durchlässig, wenn sie nämlich durch das Wehr schwimmen. Umgekehrt funktioniert eine Verbreitung nur, wenn eine Art fliegen oder laufen kann. Gelbrandkäfer oder Eintagsfliegen können als erwachsene Insekten diese Barrieren überwinden. Einige Fische haben so klebrigen Laich, dass dies z.B. durch Wasservögel oder Schiffe als "Taxi" auch passiert. Wer nicht fliegt, springt oder läuft und keine sonstigen "Tricks" hat, muss unten bleiben.
Genetische Isolation kann vor allem bei vereinzelten Gebieten mit kleinen Populationen die Stabilität der Population weiter belasten. Was heisst das? Der Genpool wäre die Gesamtmenge an unterschiedlichstem DNA-Material einer Art. Verkleinert sich dieser, verringert sich die Menge der Möglichkeiten sich ohne "Inzucht" fortzupflanzen. Vergleichbar dem Züchter, der seine Hühner nicht in Mini-Gruppen isolieren möchte, um Inzucht zu vermeiden, wäre es optimal, wenn die Art noch Kontakt zu allen Gruppen haben würde.Für diesen komplizierten Prozess haben wir ein Beispiel - die Bachforelle
In unserer Grafik haben wir vier Populationen der Bachforelle in einem intakten Gewässer, die untereinander im Genaustausch stehen (grüne Linien). Sie können sich also gegenseitig paaren, der Genpool ist maximal groß.
Im Rolloverbild (bitte mit Maus darüber gehen) spalten drei Barrieren die Gesamtpopulation in vier einzelne Populationen (genannt F1-4) auf.
Während die Population F1 und F4 noch durch Abdriftung aus den in ihnen mündenden Flüssen Exemplare von F3 und F2 bekommen, also nur teilisoliert sind, werden nach F3 und F2 keine Exemplare mehr hochwandern können. Spielen wir nun mal den Fall durch, dass F3 als Population durch einen Ölunfall am Fluss komplett ausgelöscht worden wäre. Selbst wenn das Gift auch den gemeinsamen Unterlauf (und damit F4) tötet, wäre eine Wiederbesiedlung aus den anderen Populationen schnell möglich. Durch eine Barriere würde F3 nicht und F4 langsamer ersetzt werden können. Damit bliebe der Fluss von F3 "ewig forellenfrei".
Was es bedeutet, wenn eine Population ausstirbt, ist am Lachs zu sehen. Beispielsweise die spezielle Form des Lachses an der Ems ist ausgestorben. Die Wiederbesiedlung musste mit Lachsen aus Dänemarkd oder Irland erfolgen - das sind ganz andere Stämme und daher überleben viele Tiere nicht. "Den Emslachs" wird es nie mehr geben.
Die Forelle hat noch in der Regel Glück. Denn bekanntermaßen setzen Angler Forellen häufig systematisch wieder ein - somit bekommt der beliebte Fisch ungefragt Hilfe vom Menschen. Schön und gut. Damit aber die Bachforelle natürlich leben kann, muss der Fluss intakt sein. Fehlen Arten, um die sich keiner kümmert, wird dies früher oder später auch die Forelle z.B. am Nahrungsangebot merken. Denn welche Lobby haben schon Würmer/Schnecken/Bachflohkrebse? Daher: Weg mit den Barrieren.
Stimmt das Gerücht: Auch Fische nehmen die "Pille" !? Nicht schlecht: Es soll mittlerweile in einige Gewässern unnatürlich viele weibliche Fische geben, weil sie quasi per Hormonspritze zum anderen (weiblichen) Geschlecht umtransformiert werden. Als wir von der NAJU erstmals davon hörten haben wir es auch nicht geglaubt. Aber es stimmt, meinen zumindest einige Forscher: Fische werden wie alle höheren Lebewesen durch Hormone gesteuert. Die vom Menschen (z.B. via Antibabypille) ins Abwasser gegebenen weiblichen Hormone wirken auch auf diese Organismen und regen sie zur Ausbildung weiblicher Geschlechtsmerkmale an. Im Gegensatz zu anderen Stoffen zerstören Klärprozesse Hormone nicht oder nicht vollständig. Die Problematik von Hormonstoffen (oder ihnen sehr ähnlichen Stoffen künstlicher Herstellung) ist grade erst entdeckt worden. Es könnte gut sein, dass wir mit Hormonen und hormonähnlichen Stoffen in minimalen Mengen massiv in den Naturhaushalt eingreifen. Hormone könnten also eine ähnlich krasse Auswirkungen haben wie eine Chemiekatastrophe à la Sandoz in den 1980er Jahren, nur nicht auf einen Schlag, sondern leise und schleichend. Die Tiere sterben zwar nicht aber es wird massiv in ihren Hormonhaushalt eingegriffen, sie können sich nicht weiter fortpflanzen.
Auch auf den Menschen - Antibabypillenhormone im Trinkwasser werden von manchen Forschern mit der schwindenden Fruchtbarkeit bei Männern in Verbindung gebracht. Hier könnten die Fische nur die Vorboten einer schleichenden Verseuchung sein, die noch gar nicht richtig untersucht ist.
16.08.2006 15:30 last updated by Tina