| Muscheln,
Schnecken und Krebse
In europäischen Fließgewässern gibt es mehrere Krebs- und Muschelarten.
Die meisten von ihnen sind unauffällig und nur selten sichtbar. Fällt
aber ein Teil der Flussaue bei Niedrigwasser trocken, so kann man sie beobachten. |
Die häufigste Muschelart ist die Teichmuschel, hier ein Prachtexemplar
- ausgegraben aus einem trocken gefallenen Totarm während einer Aktion der
Naturschutzjugend. Wie an einem Baum kann man an den Ringen das Alter des Tieres
ablesen - diese mag so 20 Jahre alt sein. Teichmuscheln existieren in vielen stehenden
oder langsam fließenden Gewässern. Muscheln schieben sich mit einem
zungenartigen Fuß durch den schlammigen Grund. Sie sind recht häufig
als Muschellarven in Fischkiemen zu finden und lassen sich durch die Fische herumtragen.
Später revanchieren sie sich als Wirtstiere für z.B. den Bitterling
(siehe Fische) |  |
Bei
der
Flussperlmuschel sieht die Verbreitung schon anders aus - sie ist auf klarstes
Wasser und natürliche Auensysteme angewiesen. Die Flussperlmuschel gab es
früher flächendeckend, ihre Verbreitung ist in den letzten 100 Jahren
um 97% zurückgegangen. Heute darf man sich gratulieren, wenn man sie noch
trifft, sie ist kurz vorm oder bereits im Aussterben begriffen. Perlen bildet
sie allerdings fast nie. |
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 | Wie
hier eine
Spitzschlammschnecke ernähren sich die meisten Schneckenarten in
Gewässern von Pflanzenresten und Pflanzen in der Krautzone. Obwohl recht
langsam können viele Schnecken ohne Probleme große Distanzen überwinden,
in dem sie sich an Treibholz oder Wasservögel heftet. Sie können übrigens
aus an der Wasseroberfläche schwimmen.
Posthornschnecken sind durch ihren Namen bzw. ihr Aussehen schon leicht
identifizierbar und leben in kühleren Stillgewässern.

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 | Etwas
ähnliches
gilt für den
Flusskrebs, der ebenfalls auf gute Wasserqualität UND unverbautes
Flussbett angewiesen ist. Er kommt häufiger in bergigen Gegenden vor, weil
er dort bessere Lebensbedingungen vorfindet, er zieht kiesige Bachgründe
vor. Flusskrebse ernähren sich von Fischlaich, Aas und verstecken sich häufig
unter unterspülten Baumwurzeln. Solltet ihr einen solchen Krebs findet, weist
dies auf eine gute Wasserqualität hin - sollte es kein Zufallsfund sein.
Krebse kann man in der Regel besser bei Nacht mit einer Taschenlampe beobachten. Es
gibt noch weitere Süßwasser-Krebsarten in Europa. |
Probleme
bekommen die einheimischen Krebsarten zunehmend durch die sogenannte "Krebspest".
Dabei bleibt es nicht: Eine vor schon fast 100 Jahren eingesetzte amerikanische
Krebsart verdrängt die europäischen Edelkrebse zunehmen. Diese Krebsart
trägt leider auch die Krankheitserreger in sich, ist aber schon weitgehend
immun. Also verbreitet sich diese Krankheit vor allem bei den ursprünglichen
Krebsen besonders stark und bedroht deren Population überproportional. Dieses
Problem wurde lange Zeit nicht erkannt. |