Leben im und am Fluss!

Die Auenlandschaft und ihre Pflanzen

Bild zeigt die unterschiedlichen Vegetationszonen.

Wie ihr an obiger Grafik seht, gibt es sehr unterschiedliche Bereiche in einem natürlichen Fließgewässer und seiner Aue. Abhängig von der Wassergeschwindigkeit und dem Grundsubstrat, der Häufigkeit der Überschwemmung und dem Lichteinfall bilden sich verschiedene Pflanzengruppen aus. Ihr lest weiter unten, warum es nur wenige Pflanzen schaffen, direkt im oder am Wasser zu überleben.

Ruhraue - aus Weiden und Erlen, den Pionierpflanzen der Aue.

Wichtige Grundlage ist auch die Wassertiefe - wir haben hier ein Fotobeispiel mit Unterwasseraufnahmen eines Altarms: Pflanzengesellschaften in unterschiedlichen Wassertiefen.

 

Wasserpflanzen sind meist durch die Fließgeschwindigkeit bestimmt. Große Geschwindigkeiten bedingen, dass die Pflanzen sich stark verwurzeln müssen. Andererseits friert schnelles Wasser auch nicht so schnell zu.
Teichrosenfeld.

Teichrosen sind typische Ruhezonen-Pflanzen. Sie sind recht empfindlich gegenüber Wasserschlag und kommen entweder in Altarmen oder hinter geschützten Bereichen vor. Werden die fest angewurzelten Teichrosen-Knollen doch mal herausgerissen, schwimmen sie zunächst. Nach einigen Wochen sinken sie wieder (anderswo) zu Boden.

Sonnengelbe und glänzend glatte Hahnenfussblüte- auch bekannt als "Butterblume".
Hahnenfussgewächse sind typische Pflanzen feuchter Wiesen.

 

Die Pflanzenwelt natürlicher Flussauen läßt sich grundsätzlich in zwei Grundtypen unterteilen: die sogenannte "Hartholzaue" und die "Weichholzaue".

Diese Vegetationstypen umfassen verschiedene Pflanzengruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen an den Lebensraum. In der Realität gehen diese zwei idealen Vegetationstypen fließend ineinander über und häufig gibt es an Flüssen natürlich noch vom Menschen geschaffene Landschaftstypen (Wiesen, Äcker) oder z.B. Buchenwälder.
Überall, wo es feucht ist, wachsen spezielle Pflanzen wie der Hahnenfuss (siehe Bild). Wasserpflanzen müssen erheblich flexibler sein als wir Menschen, denn wo vor einem Hochwasser noch Erde war, kann danach nur noch Stein geblieben sein, wenn der Fluss sein Bett gewechselt hat.

 

Was zunächst Bedrohung für die meisten Pflanzen ist, wird von einigen besonders angepassten Spezialisten auch ins Gegenteil verkehrt, wie im folgenden Kapitel erklärt wird.
Überschwemmte Aue- nur noch die Bäume stehen hervor.
Erlenbruchwälder (wie diese am Niederrhein) werden häufig überschwemmt. Im Gegensatz zu anderen Bäumen können Erlen und Weiden periodische oder ständige Überschwemmungen überleben.

Die Weichholzaue

In den flussnahen Bereichen der Aue, in denen das fließende Wasser eine ständige Umgestaltung der Landschaft hervorruft, können nur Pionier-Baumarten (Erstbesiedler) überleben, die durch schnelles Wachstum und kürzere Generationsfolgen einen Vorteil vor "langsameren" Arten haben. Typische Arten sind Weide und Schwarzerle, die durchaus eine Überflutung von fast 200 Tagen ertragen und denen das Hochwasser mehr Nutzen als Schaden bringt.
Man stelle sich vor, ein großes Hochwasser überschwemmt mehr als einen Monat eine Flusstalaue. Bereits während der Wasserspiegel sinkt, bilden die abgerissenen oder ausgeschwemmten Weiden schon wieder Wurzeln und Blätter auf dem noch unbesiedelten Schlammgrund. So wachsen sie auf dem nährstoffreichen Neuland relativ schnell an und haben sämtliches Sonnenlicht für sich allein - ideale Bedingungen. Sie wachsen sehr schnell, bilden daher auch ein (für menschlichen Gebrauch weniger wertvolles) Weichholz, das diesem Auentyp den Namen gibt.

 

Die Hartholzaue

Gehen nun einige Jahre ohne große Hochwasserperioden vorbei, siedeln sich auch Eichen, Ulmen, Buchen und andere Bäume an. Diese Arten können Hochwasser von mehr als 100 Tagen nicht verkraften. Sie sind zunächst den schnell wachsenden Weiden und Erlen unterlegen, jedoch hat deren Strategie, schnell zu wachsen, den Nachteil, dass sie ein (für Bäume) geringeres Alter erreichen. Weiden z.B. brechen aufgrund des weichen Holzes oft nach wenigen Jahrzehnten auseinander. Jetzt bekommen die langsam, aber solide wachsenden Hartholzarten ihre Chance. Eben noch im Unterholz einer grossen Weide, können Eichen und andere Arten nun das Sonnenlicht erreichen und übernehmen sozusagen die "Führung".
Betrachtet man also einen Flusslauf, so kann man sagen, dass (bei fließendem Übergang) in seiner unmittelbaren Nähe der Weichholzauen-Typus vorherrscht. Wo jedoch längerfristig keine Erosions- und Sedimentationsvorgänge stattfinden, nämlich in einiger Entfernung zum Flusslauf, kann sich die Hartholzaue durchsetzen. Natürlich siedeln sich auch andere sehr interessante Pflanzen an, die wir Euch jetzt aus Platzgründen leider nicht vorstellen können. Wir versuchen, dies in einiger Zeit upzudaten.

  

 

 

  

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04.08.2004 15:24 last updated by Tina