Leben im und am Fluss!

Reptilien

Eine Waldeidechse sonnt sich zusammengerollt auf einem toten Ast.
Waldeidechse beim Sonnenbad. Typisch ist dieses Biotop: Trockenes Holzstück in der Sonne außerhalb eines stark verbuschten Waldabschnittes. Die Eidechse flieht im Notfall in das Gestrüpp auf der oberen Hälfte.
Auch wenn es zunächst so scheint, als ob Reptilien die Wüste dem Wasser vorziehen, gibt es einige heimische Reptilien, die das Wasser gradezu lieben. In erster Linie ist das die Ringelnatter, deren Fluchtstrategie meist über ein ins-Wasser-fallen am besten funktioniert. Diese Schlange kann erstaunlich gut schwimmen und tauchen und ernährt sich auch von Fröschen. Sie ist ungiftig aber sollte man sie treffen, ist man gut beraten, ein wenig Abstand zu wahren: Sie gibt über Drüsen eines der am übelsten riechenden Gase ab. Während einer Exkursion der NAJU Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Naturforscher von ihr derart bedient, dass der Junge sich erstmal duschen durfte, um wieder Kontakt zu Menschen zu bekommen.
Sumpfschildkröten sind in Deutschland und Mitteleuropa kurz vor dem Aussterben oder bereits ausgestorben. Dies liegt einerseits daran, dass ihr Verbreitungsgebiet in Deutschland aus klimatischen Gründen bereits am Rand liegt (Frost). Andererseits sind die wenigen Populationen, die es noch gab, zunehmend starkem Freizeitboote-Streß und genetischer Isolation ausgesetzt, es gibt ja keine zusammenhängenden Auwälder und Totarm-Strukturen mehr. Wir haben keinerlei Foto von dieser seltenen Tierart, weil wir sie alle noch nicht gesehen haben. Wer Sumpfschildkröten sehen möchte, kann sich ins Donaudelta oder nach Südosteuropa begeben.


Waldeidechse auf Kiesweg.
Diese Waldeidechse zeigt das typische Tarnfarbenmuster. Waldeidechsen wie diese hier werden max. 12 cm lang und sind daher recht klein.

Waldeidechsen sind dafür fast noch überall zu finden. Um sie zu beobachten, muss man nur in ein gleichzeitig sonniges (d.h. lichtdurchflutetes) Waldrandstück gehen, das auch über eine gewisse Feuchtigkeit verfügt.

Beobachtungstipps (für Waldeidechsen):
Die Waldeidechse ist am besten abends in der Abendsonne zu beobachten, indem man (bei Windstille) langsam z.B. einen Forstweg abgeht und auf verdächtiges Laufrascheln wartet. Meist flieht die Eidechse nicht direkt in ein Mauseloch, sondern nur hinter die nächste Deckung. Nähert man sich vorsichtig an, kann die Distanz wie hier auf unter 10 cm fallen. Allerdings bleibt zu sagen: Es dauerte 1 h, um das Tier zu finden, geschlagene 20 Minuten, um an das Tier mit der Kleinbild-Digicam die letzten 2 Meter heranzukommen. Der Fotograf durfte mit den Knien auf dem Kiesboden rutschen. Es ist übrigens ein guter Trick, wenn man bei der Annäherung gegen Blätter und Grashalme in der Umgebung pustet. Denn dann kann das Tier die Bewegungen des Beobachters nicht genau vom Pseudo-"Wind" unterscheiden. Alle Reptilienarten sehen nur mäßig, reagieren aber auf Erschütterungen sehr massiv, das könntest du ausnutzen. Man kann v.a. bei Blindschleichen und Eidechsen anhand der pulsierenden seitlichen Bauchdecke sehen, ob die Tiere einen als Beobachter erkannt haben/ Fluchtstreß aufbauen und entsprechend schneller atmen.

Zauneidechsen sind keine ausgesprochenen Flussbewohner, profitieren aber zum Beispiel in den Flusstälern von Rhein und Mosel von der Arbeit des Flusses - sie leben an den Hängen und in Felsschluchten.

Blindschleichen profitieren auch von Bächen. Sie sind nämlich frühmorgens und abends sowie nachts aktiv, wenn es etwas feuchter wird. Im Gegensatz zu ihrem schlangenähnlichen Aussehen sind sie Eidechsen.

Mehr zu Reptilien findest du in der gut ausgestalteten PDF Reptilienbroschüre der NAJU (1 MB).

Auf keinen Fall sollte man Eidechsen und Blindschleichen fangen oder berühren, weil sie dann ggf. den Schwanz an einer Sollbruchstelle abwerfen. Dieser Verlust kann zwar durch Nachwachsen behoben werden, das Tier hat damit allerdings extrem viel Energieaufwand und ein Infektionsrisiko mehr. Der Schwanz wächst auch nicht mehr ganz auf die ursprüngliche Länge. Also: Lasst es bleiben!

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14.12.2005 18:50 last updated by Tina