Leben im und am Fluss!
Säugetiere

Die meisten Säugetiere am Fluss sind Gäste, die sich unmittelbar am Wasser nur kurze Zeit aufhalten. Der Grund liegt z.B. darin, dass die meisten Höhlenbewohner (Fuchs/Dachs) Auen wegen ihres hohen Grundwasserspiegels nie als "Grabungsstelle" sehen würden. Einige Spezialisten gibt es dennoch. Zu ihnen gehören Wasserspitzmäuse, die seltenen Fischotter oder der Biber.

Dass es Biber nicht mehr nur im Spielregal oder in der Zahnpastawerbung gibt, sondern auch in freier Wildbahn, ist ein Erfolg von Artenschutz- und Auenschutzprogrammen.

Biber waren bis vor wenigen Jahren stark bedroht, weil sie als Schädlinge galten. Bekanntermaßen staut der Biber Bäche oder kleinere Flüsse auf, um den Wasserspiegel konstant hoch zu halten. Im Grunde macht er also nichts anderes, als die Menschen im Mittelalter, die durch Wassergräben ihre Burg schützten. Weil sich das Wasser in der Aue relativ breit staut, kann der Biber zu seinen Nahrungsquellen schwimmen. Ihm ist es lieb, wenn er ständig Wasser in der Nähe hat, weil er bei Gefahr mit einem einzigen kurzen Klatschen abtaucht.

Biber gibt es heute an der Donau und an der Elbe und sie breiten sich durch jagdliche Schonung und gezielte Förderung aus. Biber und Fischotter wurde im Mittelalter gejagt und waren auch wegen des Pelzes begehrt. Insofern war der Biber ein "beliebtes Tier", nach dem sogar adelige Familien genannt wurden, wie unser Beispiel zeigt.

Fischotter gibt es auch in Deutschland, meist eher im Norden, so zum Beispiel noch in Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen. Im Gegensatz zum Biber hinterlässt der Fischottern nicht so auffällige Spuren und ist daher kaum so schnell zu finden. Oft werden Fischotter Opfer des Straßenverkehrs, hin und wieder auch von vergifteten Fischen. Da Fischotter am Ende der Nahrungspyramide stehen, sammeln sie Schwermetalle und andere schwer abbaubare Gifte besonders stark.


 

Nach diesen spektakulären Tieren nun noch zwei unbekanntere Säugetiere, die vor allem von Altarmen und Schilfbeständen an Gewässern profitieren.

Die Wasserfledermaus
Wer nachts an Gewässern unterwegs ist und mit einer starken Lampe über das Wasser geht, kann sie entdecken: Die Wasserfledermaus. Diese Fledermausart ist sehr selten und benötigt freie Gewässeroberflächen (ohne Schilf) über die sie in der Dämmerung fliegt. Im Gegensatz zu anderen Fledermäusen (z.B. der Zwergfledermaus oder dem Abendsegler) fliegt sie wirklich dauernd nur Zentimeter über dem Wasser.


Diese Wasserfledermaus wurde beim Winterschlaf in einem ehemaligen Brauereikeller im Münsterland fotografiert.
Dass die Wasserfledermaus selten ist, liegt wahrscheinlich (ausnahmesweise mal) nicht an schlechten Lebens-Bedingungen durch verbaute Gewässer selber, denn sie kann auch in stark verbauten oder eutrophierten Gewässern beobachtet werden, weil sie das Wasser nie berührt, sondern nur die Mücken fängt.
Das Problem der Wasserfledermaus sind fehlende Altholzbestände oder alte Gemäuerritzen, in denen sie ihre Jungen aufzieht und fehlende Großraum-Überwinterungsquartiere. Diese Fledermäuse überwintern (wie viele Arten) gemeinsam in kühlen Kellern, die weder trocken noch überschwemmt, weder zu warm noch frostig sein dürfen. Altholz gibt es in Auen häufiger, da viele Bäume schnell absterben, wenn sich Lebensräume verändern. Insofern ist für die Wasserfledermaus zwar nicht das Wasser selber, aber die Umgebung wichtig. Ganz schöne Ansprüche - und dafür fliegt diese Fledermausart durchaus mehr als hundert Kilometer weit von ihren Winterquartier zum Sommerquartier.

Mehr über diese und andere Fledermäuse lernt ihr bei den NAJU Fledermaus Seminaren der Landesverbände oder bei der im August stattfindenden European Batnight.

 

Auch die Zwergmaus lebt oft in den typischen Schilfflächen oder Grasfelder in der Nähe eines Flusses oder Sees. Ihr Nest sieht aus wie ein Vogelnest und wird oft in Gebüsch oder ins Schilf geflochten. In diesem Nest zieht die Maus etwa 3-5 Junge groß, in guten Jahren zwei Mal pro Sommer.

Zwergmaus
Die Maus ist die kleinste Mausart in Europa, sie wiegt nur wenige Gramm. Sie ist zwar an sich wenig scheu, lebt aber (auch aufgrund ihrer Winzigkeit) oftmals sehr versteckt und kann nur selten beobachtet werden.
  

 

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30.08.2006 20:26 last updated by Tina