
| Vorzeit & Antike: Mythos Fluss, Mythos Wasser | |
Vielleicht war es aber auch eine magische Anziehungskraft, die Wasser auslöste, die Menschen an Flüsse band, ihr Denken beeinflusste. Gleichzeitig zu dem Nutzwert war Wasser auch etwas Unvorhersehbares, etwas Bedrohliches und etwas Mythisches. Flüsse schienen sich ständig zu verändern, wurden immer breiter, konnten ganze Städte ernähren und entstehen lassen und wieder zerstören. Ihre Pegel waren unterschiedlich hoch, jährlich kam das Frühjahrshochwasser und hin und wieder auch Hochwasserkatastrophen. Da
Hochwasser zu den Naturereignissen gehören, die der Mensch lange nicht kontrollieren
konnte, beschäftigen sich antike Chronisten und Philosophen seit Aufzeichnung
der Geschichte mit Hochwassern. Sie wurden allerdings als gottgegebene Ereignisse
wahrgenommen, und genauso wie andere Naturkatastrophen (Dürren) oft in Verbindung
mit religiösen Rache-Gottes- oder Endzeit-Gedanken gebracht. Kein Wunder,
sind doch schon in Bibel Naturkatastrophen als gottgewollte Ereignisse geschildert.
Vielfach konnten die Menschen nicht schwimmen, was sie noch gefährdeter machte.
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![]() Sandro Botticelli: Geburt der Venus (Detail) , Ölbild ca.1485-86 | Das
berühmte Bild von Sandro Botticelli "Geburt der Venus"
gibt eine solche Mythologie wieder: Venus, die Liebesgöttin, entsteigt in
einer Muschel dem Meer. Dieser Mythos wurde in der Antike geprägt, wo es
gleich einen ganzen Haufen von Fluss- und Meergottheiten und -helden gab: Neptun, Odysseus, Pan... |
Wasser als Nutzkraft z.B. zur Zeitmessung Aber auch jenseits des Mythos hatte das Wasser Bedeutung in der Antike. So wurden bereits erste Pumpensysteme entworfen, darunter die berühmte hydraulische Schraube, die Wasser auch gegen das Gefälle pumpen kann. In der Antike benutzte man das stetig fließende Wasser auch zur Zeitmessung. Was sich irre anhört, klappt auch heute noch und man kann es gut nachbauen. Mithilfe von zwei durch (umgedrehte) U-Rohre verbundene Speicher konnte man die Zeit messen. In dem Moment, wo das Wasser im ersten Bassin so hoch steigt, dass es das erste U-Rohr übersteigt, fliesst das komplette Bassin in das zweite, luftdichte, Bassin. Dort wird die Luft verdrängt und eine Pfeife (hier als Vögelchen) beginnt zu pfeifen. Erreicht der Wasserspiegel das zweite U-Rohr, so fliesst es hierdurch ab - die Luft strömt durch die Pfeife rückwärts ein - bis vom ersten Bassin wieder ein Wasserüberschlag kommt. Durch die Modulierung des Zuflusses und die Größe des ersten Bassins konnte man diese Uhr kalibrieren. So wurde regelmäßig ein Pfeifen hörbar, wenn z.B. eine Zeitspanne von einer halben Stunde abgelaufen ist. Diesen Automaten kann man nachbauen - mehr dazu in den Aktionsideen.
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28.01.2004 14:58 updated by Bene