| Mittelalter: Flüsse zwischen Nahrungsquelle, Naturmacht und Handelsvorteil | |
Im Mittelalter kamen den Flüssen zwischenzeitlich große Bedeutung zu, wenn es um Handel und Reisen ging. Nicht nur, dass man schnell voran kam. Man konnte auch einigermaßen sicher vor Räubern sein. | |
![]() Adriaen van Ostade: Fischhändlerin; ca. 1660, Öl auf Leinwand (kl. Ausschnitt/Zitat) | Flüsse waren insbesondere aber Nahrungsquelle. In ihnen wurde gefischt und in den Auen gejagt. Dabei galten Flüsse durch ihre unwirtliche Aue und ihr Sumpfgebiet oft als besonders "rechtsfreier" Raum - ein Umstand, den besonders die Obrigkeit fürchtete.
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![]() Mittelalterlicher Kalender mit Sternbildkarten | Im Mittelalter kommen Hochwasser immer wieder in Aufzeichnungen vor. Auch katastrophale Ereignisse wurden geschildert, wenngleich es keine geregelte kontinuierliche Aufzeichnung gab, denn Geschichtsschreibung war noch in Händen der Adligen und dem Klerus und die interessierten sich selten für Hochwasser, das vor allem Bürger und Bauern betraf. Die Technik und das Wissen um die Berechnung von klimatischen Ereignissen war kaum vorhanden und wurde von (aus heutiger Sicht) eher unwissenschaftlich. Im 14. Jahrhundert werden die Berichte über Hochwasser häufiger. Zu dieser Zeit wird auch von verschiedenen Chronisten unabhängig die wohl folgenschwersten Hochwasser in Mitteleuropa gemeldet - die Schilderungen sind unabhängig voneinander und betreffen Schäden an Ernte, Vieh und Todesopfer. Mehr zu einigen historischen Hochwasser-Katastrophen gibt es hier. Zudem standen im späten Mittelalter (nach dem Dreißigjährigem Krieg) ganze Landstriche leer, die Bevölkerung hungerte und so hatte man andere Sorgen als eine fundierte Wissenschaft in Sachen Wettervorhersage oder Hochwasserprognose zu betreiben. Ob es bereits damals möglicherweise eine Art von Klimaschwankung gab, ist nur schwer aufgrund von Berichten der Chronisten nachzweisen. Denn ein Meßinstrument für Temperatur war kaum vorhanden, das Wetter wurde auch nur aufgrund von "weichen" Erfahrungen vorhergesagt (Bauernregeln lassen grüßen), eine "Nachsorge" fand wenig statt. |
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der Tat gibt es aber Indizien auf klimatische Besonderheiten zu Beginn der Neuzeit:
| ![]() Pieter Bruegel: Winterlandschaft /Heimkehrende Jäger, 1565 Öl auf Leinwand. (kl. Ausschnitt/Zitat) |
In die Theorie der zwischenzeitlichen Abkühlung über Jahrzehnte passt auch, dass Chroniken nach dem 30-jährigen Krieg von Frost, Mißernten und katastrophalen sozialen Folgen berichten, in deren Nachschwung Kriege, Progrome (gegen Hexen und Andersgläubige) und Seuchen folgten. Es bestand jedoch noch keine Klimaforschung, so dass man heute nur aus dem Wachstum von Pflanzen (sie decken immerhin mehrere hundert Jahre ab), aus Ablagerungen in Seen oder anderen Hinweisen auf das Klima schließen kann. Die Frage, ob die wohl vorhandenen klimatischen Ausnahmesituationen auch die Hochwassergefahr beinflusst haben, sind noch nicht genügend erforscht. Die Kriege ließen auch bisherige Anstrengungen im Flussverbau wieder durch der Dynamik der Flüsse im "Chaos" versinken - es fehlten schlicht die wirtschaftlichen Interessen, um den Flussausbau am Laufen zu halten. Das Interesse an einer kontinuierlichen Aufzeichnung von Wetterdaten, Regen, Pegelständen und dem systematischen Erfassen von Hochwasserkatastrophen sowie dem Wiedererstarken der "Fluss-corecction" kam, als Flüsse auch wirtschaftlich genutzt und verändert wurden, als die Zeit des systematischen Flussausbaus begann. (Mehr Infos zum Flussausbau hier) | |
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19.03.2004 10:07 updated by Bene