Dass
Flüsse, Flut und Hochwasser immer wieder auch metaphorisch gebraucht wurden,
erklären folgende Statements, die wir aus Büchern und im Internet für
euch recherchiert haben. Ihr könnt diese Statements vielleicht bei dem ein
oder anderen Mal für eure Arbeit vor Ort benutzen - wenn ihr sie verstanden
habt ;-) : | 
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"Die Flüsse führen z.B. allerlei zum Wachstum der Pflanzen dienliche
Erde mit sich fort, die sie bisweilen mitten im Lande, oft auch an ihren Mündungen,
absetzen. Die Flut führt diesen Schlich an manchen Küsten über
das Land, oder setzt ihn an dessen Ufer ab; und, wenn vornehmlich Menschen dazu
helfen, damit die Ebbe ihn nicht wieder wegführe, so nimmt das fruchtbare
Land zu, und das Gewächsreich gewinnt da Platz, wo vorher Fische und Schaltiere
ihren Aufenthalt gehabt hatten. Die meisten Landeserweiterungen auf diese Art
hat wohl die Natur selbst verrichtet, und fährt damit auch noch, obzwar langsam,
fort.
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Nun fragt sich, ob dies als ein Zweck der Natur zu beurteilen sei, weil es eine
Nutzbarkeit für Menschen enthält; denn die für das Gewächsreich
selber kann man nicht in Anschlag bringen, weil dagegen eben so viel den Meergeschöpfen
entzogen wird, als dem Lande Vorteil zuwächst. (Kant:
Kritik der Urteilskraft) |
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"Denn die alten
Deutschen, Kelten und andere mit ihnen verwandte Völker scheinen aus einem
Naturinstinkt den Buchstaben R gebraucht zu haben, um eine heftige Bewegung und
ein Geräusch, wie das dieses Buchstabens, zu bezeichnen. Dies sieht man in
rheô (fließen), rinnen, rühren, rutir, Rhein, Rhone, Roer (Rhenus,
Rhodanus, Eridanus, Rura), rauben, rapere, ravir, Rad (rota), radere, raser, rauschen
(ein schwer zu übersetzendes Wort; es bezeichnet ein Geräusch, wie das
der Blätter oder Bäume, welches der Wind oder ein durchstreifendes Tier
darin macht, oder den ein Schleppkleid verursacht), ..." (Leibniz:
Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand)
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"Denn das Wollen und die Zwecke machen ihn (den "Willen",
Anm.d.R.) so einseitig, daß er an den Dingen nur das sieht, was sich
darauf bezieht, das Uebrige aber theils verschwindet, theils verfälscht
ins Bewußtseyn tritt.
So wird z.B. ein in Angst und Eile Reisender den
Rhein mit seinen Ufern nur als einen Queerstrich, die Brücke darüber
nur als einen diesen schneidenden Strich sehn. Im Kopfe des von seinen Zwecken
erfüllten Menschen sieht die Welt aus, wie eine schö- ne Gegend auf
einem Schlachtfeldplan aussieht." (Schopenhauer: Die Welt als Wille
und Vorstellung)
"Nun ist Gott
die Ursache aller Vollkommenheiten und also auch von allen Realitäten, wenn
man sie als rein positive nimmt. Die Beschränkungen kommen dagegen von der
Unvollkommenheit der Geschöpfe, welche deren Empfänglichkeit beschränkt.
Es ist, wie mit einen beladenem Schiffe, welches der Fluss mehr oder weniger
langsam treibt, nach Massgabe seiner Ladung; so kommt seine Schnelligkeit vom
Fluss, aber die Verlangsamung, welche diese Schnelligkeit beschränkt, kommt
von der Ladung." (Leibniz: Die Theodicee)
"Dem Bach, der
über Steine abwärts rollt, sind die Strudel, Wellen, Schaumgebilde, die
er sehn läßt, gleichgültig und unwesentlich: daß er der
Schwere folgt, sich als unelastische, gänzlich verschiebbare, formlose, durchsichtige
Flüssigkeit verhält; dies ist sein Wesen, dies ist, wenn anschaulich
erkannt, die Idee: nur für uns, solange wir als Individuen erkennen, sind
jene Gebilde. (...) Denn die Individuen sind flüchtig, wie das
Wasser im Bach, die Ideen hingegen beharrend, wie dessen Strudel: nur das Versiegen
des Wassers würde auch sie vernichten. " (Schopenhauer: Die
Welt als Wille und Vorstellung)
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»Kann ich ihn
vergessen? Kann der Bach seine Quelle vergessen und sich von seinem Ursprung losreißen?
Dann müßte er ja zu fließen aufhören. Kann der Pfeil, wie
rasch er auch fliegen mag, den Bogen vergessen? Das müßte ihn in seinem
Fluge aufhalten! Oder kann der Regentropfen, wie tief er auch fällt, den
Himmel vergessen, woher er gekommen ist? Dann müßte er ja zergehen.
Kann ich eine andre werden? und von neuem geboren werden? Kann ich ihn vergessen?
dann müßte ich zu leben aufhören!
(...)
Wie oft habe ich an einem fließenden Bach gesessen. Immer ist's dieselbe
leise Melodie, die ich höre, immer sind's dieselben grünen Kräuter,
die sich unter ihren plätschernden Wellen beugen, immer dieselben kleinen
Tiere, die sich drinnen bewegen, ein kleiner Fisch, der sich unter den Steinen
am Ufer verbirgt. Wie einförmig, und doch wie reich an Veränderung!"
(Kierkegaard: Entweder-Oder)
"Es ist wohl
bekannt, wie verschieden die Schwimmfähigkeit einer Holzart im grünen
und im trockenen Zustande ist. Es kam mir dabei der Gedanke, dass Hochwasser wohl
häufig ausgetrocknete Pflanzen oder deren Zweige mit daran hängenden
Samenkapseln oder Früchten in das Meer schwemmen könnten. Ich wurde
dadurch veranlasst, von 94 Pflanzenarten die Stengel und Zweige mit reifen Früchten
daran zu trocknen und sie auf Meereswasser zu legen. Die Mehrzahl sank schnell
unter, doch einige, welche grün nur sehr kurze Zeit an der Oberfläche
geblieben waren, hielten sich getrocknet viel länger oben. So sanken z.B.
reife Haselnüsse unmittelbar unter, schwammen aber, wenn sie vorher ausgetrocknet
waren, 90 Tage lang und keimten dann noch, wenn sie gepflanzt wurden. Eine Spargelpflanze
mit reifen Beeren schwamm 23 Tage, nach vorherigem Austrocknen aber 85 Tage, und
ihre Samen keimten noch. Die reifen Früchte von Helosciadium sanken in
zwei Tagen unter, schwammen aber nach vorgängigem Trocknen 90 Tage und keimten
hierauf. Im Ganzen schwammen von den 94 getrockneten Pflanzen 18 Arten über
28 Tage lang und einige von diesen 18 sogar noch viel länger. Es keimten
also 64/87 = 0,74 der Samenarten nach einer Eintauchung von 28 Tagen, und schwammen
18/94 = 0,19 der getrockneten Pflanzenarten mit reifen Samen (doch zum Theil andere
Arten als die vorigen) noch über 28 Tage; es würden daher, so viel man
aus diesen dürftigen Thatsachen schliessen darf, die Samen von 0,14 der Pflanzenarten
einer Gegend ohne Nachtheil für ihre Keimkraft 28 Tage lang von Meeresströmungen
fortgetragen werden können." (Charles Darwin: Über die
Entstehung der Arten)
mehr
zu dem Phänomen der "Verdriftung"
hier.
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